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00:05 17.04.2021
Knalliges Pink und würziger Duft: Der Phlox entfaltet seine ganze Wirkung an lauen Sommerabenden. Foto: Hilke Segbers

Prachtvolle Farbtupfer erscheinen im Garten, wenn die Polsterstauden blühen. Durch ihren kompakten Wuchs erinnern sie an Kissen oder ganze Blumenteppiche – dank ihrer vielen, kleinen Blüten, die ab April zum Teil bis in den Sommer erstrahlen.

Ursprünglich stammen diese Stauden aus alpinen Gebirgsregionen – daher eignen sie sich gut, um Hanggärten oder Einfriedungen zu gestalten. Karge Steinmauern verwandeln sie in prächtige Blütenwände.

Pflege und Standort: Wenig Dünger und keine nassen Füße

Ihre Herkunft spiegelt sich auch bei der Pflege wider. Der Nährstoffgehalt ist in alpinen Gebirgsregionen oft viel geringer als die Böden in heimischen Gärten - das gilt besonders für Stickstoff.

Bei zu viel Nährstoffen im Boden werden die Polster massig und großblättrig. Dann fallen die kompakten Polster auseinander. Staudengärtner und Buchautor Till Hofmann rät daher, die Polster nur vorsichtig zu düngen – mit Flüssigdünger für Blüten.

Die Pflanzen dürfen nicht zu nass stehen, damit sich an der Basis keine Fäulnis ausbreitet. „Direkt nach der Blüte kann man die Blütenstände und Spitzen runterschneiden“, sagt Hofmann. So entwickelt sich ein Neuaustrieb. Das Polster baut sich wieder kompakt auf.

Ist der Standort nicht optimal, wird die Pflege aufwendiger. „Dann muss man die Polster immer wieder mit Sand versorgen sowie die Polster aufnehmen, teilen und neu pflanzen“, sagt Anja Maubach, Staudengärtnerin und Gartengestalterin aus Wuppertal.

Eine weit verbreitete Gattung sind die Blaukissen. „Der Name ist Programm zur Blütezeit“, erklärt Hofmann. Er beschreibt die Pflanze als kompaktes Polster, dessen Blätter im Frühling je nach Sorte vollständig von weißen, blauen oder violetten Blüten bedeckt sind.

„Ein schöner Hingucker ist auch das Steinkraut“, erklärt Maubach. Die Pflanze wächst in Fugen, an Mauern und sonnigen Eckchen. Je nach Sorte sind die Blüten dotter- oder schwefelgelb. „Sie sind ein früher Magnet für Wild- und Honigbienen“, erklärt Hofmann.

Ein Klassiker ist auch die Schleifenblume (Iberis). „Die ungleichmäßig großen Blütenblätter erinnern an eine Schleife“, erklärt Hofmann. Der Strauch wird kaum höher als zehn Zentimeter und ist immergrün - also auch nach der Blüte noch schön: „Das markante dunkelgrüne Polster kaschiert elegant Mauern“, so Hofmann.

Auch für trockene Böden gibt es dekorative Gestaltungsmöglichkeiten. „Die Polsternelken sind beispielsweise Arten, die sehr alt werden können und mit ihrem graugrünen bis blaugrünem Laub sehr klar wirken“, beschreibt Hofmann.

Für halbschattige Plätze sind Glockenblumen ein Gewinn. Zuverlässige Dauerblüher seien vor allem die Teppich-Glockenblume (Campanula poscharskyana). „Sie wächst ausgedehnt und ist ein guter Bodendecker“, sagt der Staudengärtner. dpa
   

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