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Themenwelten
09:50 15.11.2021
Im Herbst laden zahlreiche Friedhöfe zu einem Spaziergang ein. Auch auf dem Friedhof von Zeithain (Landkreis Meißen) mit seinem denkmalgeschützten Renaissance-Friedhofstor werden am bevorstehenden Totensonntag traditionell wieder viele die Grabstätten verstorbener Angehöriger aufsuchen, um ihrer zu gedenken. Fotos: Heiko Betat

Wer sich von einem lieben Menschen verabschieden muss, fragt sich, was bleibt. Sind es wirklich nur die Erinnerungen, die man im Herzen trägt? Oder sind es nicht auch Dinge, Gerüche, Momente und Orte, die uns erinnern lassen? Solche Momente sind die Trauergedenktage im November. Und die Orte sind unsere Friedhöfe.

Der Friedhof hat vieles, was andere Bestattungsorte nicht haben: Ein Friedhof ist ein gewachsener Ort. Er dient als Ort der Bestattung, der Verstorbenen und der Lebenden, der Trauer und der Erinnerung. Wer durch das Tor zu einem Friedhof tritt, spürt sofort: Hier bin ich in einem geschützten Raum. Hier kann ich ich sein, ganz und gar eins mit meinen Erinnerungen, meinem Gedenken und meiner Trauer. Der Friedhof ist der Ort, an dem wir die Hektik des Alltags kurz vergessen können und Zeit für Ruhe und Besinnung finden. Dieser Ort hat eine Aura, die uns sofort umfängt. Einen großen Anteil daran haben die vielen individuellen Grabstätten, in denen unsere Verstorbenen ruhen. Sie werden oft persönlich und liebevoll gestaltet. Das Grabmal ist die Visitenkarte dieses einmaligen, persönlichen Ortes. Name, Lebensdaten und Symbole geben ihm eine besondere Kraft. Das Innehalten am Grab gibt daher den Hinterbliebenen eine ganz besondere Energie, um Energie und neuen Mut zu schöpfen und innere Konflikte zu lösen, die der schmerzliche Verlust von geliebten Menschen mit sich bringt. Nicht umsonst werden daher die Gräber unserer Verstorbenen auf den Friedhöfen zu Kraftorten für die Menschen, die trauern und sich erinnern wollen.

An den bundesweiten Trauergedenktagen nutzen wir diese Orte ganz besonders. Der Besuch des Friedhofs und der Gräber ist für alle Generationen eine liebgewordene Tradition. Die Atmosphäre ist geprägt von der herbstlichen Natur, die Blätter verfärben sich und glühen bei milchigem Sonnenschein in unterschiedlichen Farben. Manchmal weht auch ein leichter Nebel um die Beine. Die Stimmung ist ruhig. Die Gräber sind festlich geschmückt und bezeugen, dass wir unseren Verstorbenen immer noch sehr nah sind.Die Grabmale sind geputzt und die Bepflanzung passt sich der Natur an. Oft brennen Kerzen und in der Dämmerung blitzen sie dann wie kleine Hoffnungsschimmer in allen Ecken des Friedhofs. Es lohnt sich, in dieser Zeit einen Spaziergang auf dem nahegelegenen Friedhof einzuplanen. Die Grabmale sprechen zu uns und sind auch ein Spiegelbild unserer Heimatgeschichte. Geschaffen werden sie durch die ortsansässigen Steinmetzinnen und Steinmetze, die mit heimischem beziehungsweise europäischem Naturstein, handwerklichen Fähigkeiten, Ideen und Kreativität oftmals auch regionale Besonderheiten umsetzen. Im engen Austausch mit den Hinterbliebenen entstehen so kleine Meisterwerke für die Ewigkeit, die wir betrachten können und die uns dabei Geschichten vom Leben erzählen. Die Symbolkraft ist einzigartig und spricht für die Individualität jedes Menschen.
    


In der christlichen Tradition gibt es drei Gedenktage im November: Allerheiligen, Allerseelen am 1. beziehungsweise 2. November sowie am Totensonntag, dem Sonntag vorm ersten Advent, in diesem Jahr also am 21. November. Aber auch Nicht-Christen können sich der besonderen Atmosphäre kaum entziehen, diese Zeit der besonderen Erinnerung ist ein wichtiger Teil unserer Kultur und Historie. Die Gedenktage haben zwar einen unterschiedlichen Hintergrund in der Entstehung, dienen aber dem gleichen Ziel: Sie sind Tage des Innehaltens, des Gedenkens und der Trauer um Familienangehörige, Freunde und Bekannte. Und sie sind eine schöne Gelegenheit, der Ortsgeschichte etwas näher zu kommen und mal wieder einen Spaziergang über den Friedhof zu machen.

Quelle: Bundesverband Deutscher Steinmetze


Sozialämter müssen Bestattungsvorsorge verschonen

Der Schutz gilt über das allgemeine Schonvermögen hinaus

Wer Sozialhilfeleistungen beantragt, muss in der Regel seine Bestattungsvorsorge nicht auflösen. In angemessener Höhe und eindeutig zweckgebunden darf sie auch nicht auf das ohnehin zugestandene Schonvermögen angerechnet werden.

„Praxis üblicherweise nicht rechtens“

Viele Betroffene glauben, sie müssten bestehende Sterbegeldversicherungen oder Bestattungsvorsorgeverträge kündigen, wenn sie beim Sozialamt Grundsicherung im Alter oder Hilfe zur Pflege beantragen. Manchmal fordern die zuständigen Ämter sogar dazu auf. „Diese Praxis ist jedoch üblicherweise nicht rechtens“, betont Christoph Keldenich, Vorsitzender von Aeternitas e.V., der Verbraucherinitiative Bestattungskultur. Eine eindeutig zweckgebundene Bestattungsvorsorge in angemessener Höhe ist über das übliche Schonvermögen von 5000 Euro hinaus geschützt und unabhängig davon zu betrachten.

Als eindeutig zweckgebunden wird eine Bestattungsvorsorge dann eingestuft, wenn kein beziehungsweise ein geringes Risiko besteht, dass das Geld zu anderen Zwecken als für die Bestattung verwendet werden könnte. Auf Vorsorgeverträge mit Bestattern und Sterbegeldversicherungen, die nicht vor dem Tod ausgezahlt werden, trifft dies zu.

Abhängig vom örtlichen Kostenniveau

Welche Summen als angemessen eingeschätzt werden, hängt unter anderem vom üblichen örtlichen Kostenniveau bei Bestattungen ab. Beträge von bis zu 5000 Euro für die Bestattungsvorsorge sollten in der Regel zu verschonen sein. Aber auch deutlich höhere, zum Teil fünfstellige Summen sind immer wieder von Gerichten anerkannt worden. Bescheide von Sozialämtern, eine vorhandene Bestattungsvorsorge aufzulösen, sollten Betroffene nicht voreilig akzeptieren. Die Rechtsprechung zeigt, dass es sich oft lohnt, Widerspruch einzulegen und gegebenenfalls zu klagen..

Quelle: Aeternitas e.V


Zuverlässige Trauerbegleitung

Ein Todesfall in der Familie versetzt die Hinterbliebenen zunächst in einen Schockzustand, der regelrecht lähmt, obwohl es ausgerechnet jetzt vieles zu zu regeln und zu organisieren gibt. Was ist zu tun, in welcher Reihenfolge? Wer ist zu informieren, wo erhalte ich alle notwendigen Dokumente, wie ist die Bestattung in die Wege zu leiten? Einfühlsame Unterstützung erhalten Sie bei den Partnern und Helfern in schweren Stunden, von denen sich einige heute hier auf unserer Sonderseite präsentieren. HB