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07:41 12.04.2021
Schönes Schnäppchen: Das wünschen sich viele, wenn es um einen neuen Gebrauchten geht. Doch ein paar Dinge behält man besser im Auge, damit der Kauf keine Enttäuschung wird. Foto: Andrea Warnecke/dpa-mag

Wer sich auf die Suche nach einem Gebrauchtwagen macht, will möglichst wenig Geld ausgeben und dafür am besten ein neuwertiges Auto bekommen. Ob Händler oder privater Verkäufer - für den Autokauf nimmt man sich besser immer Zeit. „Man sollte sich keinesfalls unter Druck setzen lassen, auch wenn es mehrere Interessenten gibt. Es gibt viele gute Autos auf dem Markt“, sagt Ansgar Klein vom Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK). Er und weitere Experten fassen nützliche Tipps zusammen:

1. Informieren: Wer auf die Suche geht, informiert sich besser vorab über sein Wunschauto. „Nur so lässt sich beurteilen, wie angemessen ein Preis ist, welche Motorvarianten es gibt, was zur Grundausstattung gehört, welche Schwachstellen es vielleicht gibt und vor allem, was das Auto einmal neu gekostet hat“, sagt Bernd Meyer vom Verband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein.
   

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2. Nicht alleine kaufen:
Autokauf ist Emotionssache. „Da setzt schnell auch mal der Verstand aus und am Ende ist der Ärger groß. Ein guter Leitsatz ist daher: Nach dem Kaufrausch folgt die Kaufreue“, sagt Klein. Er rät, immer einen neutralen Begleiter mitzunehmen, der die Fakten im Auge behält und Emotionen im Zaum hält.

3. Auf Extras achten:
Extras können den Preis erheblich beeinflussen. „Vor allem Fahrassistenz-Systeme und Connectivity Extras wie Live-Navigation oder Smartphone-Anbindung per Apple CarPlay und Android Auto sind mittlerweile sehr begehrt und erhöhen die Verkaufspreise“, sagt Martin Weiss, Leiter der DAT-Fahrzeugbewertung. Wenig bis gar keinen Einfluss auf den Preis hingegen hätten rein optische Gimmicks wie eine Ambientebeleuchtung oder Zierleisten.

Umgekehrt kann es günstiger werden, wenn Extras wie Navis bei einem neueren Modell oder etwa die Leder bei einem Oberklassemodell fehlen.

4. Scheckheft zeigen lassen:
Regelmäßige Wartungsnachweise sind nach wie vor ein wichtiges Indiz dafür, wie gut oder schlecht ein Auto gepflegt wurde. Das ist besonders wichtig für junge Gebrauchte, um etwaig noch bestehenden Herstellergarantien nicht zu verlieren.

5. Baujahr und Laufleistung beachten: Rund 15 bis 20 000 Kilometer absolvieren Autos im Schnitt pro Jahr, sagt Meyer. „Ein zehn Jahre alter Wagen mit nur 60 000 Kilometer ist also schon ungewöhnlich und könnte ein Schnäppchen sein, wenn auch der Rest dazu passt.“

6. Keine Reparaturen kaufen: Von der Laufleistung ist auch abhängig, welche turnusmäßigen Wartungsarbeiten erledigt sein sollten - Stichwort Zahnriemen. „Das können echte Kostenfallen sein, die bei 500 Euro aufwärts liegen“, sagt Meyer.

7. Vorsicht vor falschen Garantien: Wer beim Händler kauft, erhält automatisch eine Gewährleistung von mindestens einem Jahr. „Der gewerbliche Verkäufer haftet damit gegenüber dem privaten Käufer und ist unter Umständen auch in der Pflicht, wenn ein Mangel erst später, also nicht bei Übergabe des Autos, auftritt“, sagt Klein.

Vorsicht ist bei fragwürdigen Garantieangeboten geboten. Hier genau das Kleingedruckte lesen: „Es werden mitunter Gebrauchtwagengarantien angeboten, da ist beispielsweise ein Motorschaden nur mit 1000 Euro abgesichert. Davon sollte man die Finger lassen“, so Klein.

8. Die richtige Farbe spart Geld: Die Mehrzahl der Autos wird in den Standardfarben Weiß, Schwarz, Grau und Silber angeboten. Ungewöhnliche Farben können sich daher auf den Preis auswirken. „Rot, Grün oder Gelb sind Farben, die bei sportlichen Fahrzeugen eher akzeptiert sind als bei SUVs oder Kombis, umgekehrt sind solche Fahrzeuge dann also günstiger zu haben“, meint Weiss.

9. Tachostand und Vorbesitzer checken: Passt der Tachostand nicht zur Auto-Historie und zum gesamten Erscheinungsbild, sollten die Alarmglocken läuten. „Speziell, wenn es Besitzer im Brief gibt, die den Wagen nur kurz besessen haben, ist Vorsicht geboten“, so Klein.

10. Nach Vorschäden fragen: Frühere Reparaturen aufgrund etwa eines Unfalls muss der Verkäufer mitteilen. Es sei denn, es handelt sich um Bagatellschäden wie kleine Kratzer bis etwa 1000 Euro. „Bei einer fachmännischen Reparatur kann man hier auch nicht von einer Wertminderung ausgehen“, sagt DAT-Fachmann Weiss. dpa
   

Innenraumfilter austauschen

Die Klimaanlage im Auto sorgt auf Knopfdruck und vollautomatisch für frische, angenehm temperierte Luft. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich die Technik selbst in einem guten Zustand befindet. Der Innenraumfilter setzt sich mit der Zeit mit Pollen und Staubpartikeln zu und verliert dadurch seine Wirkung. „Empfehlenswert ist ein Wechsel des Innenraumfilters einmal im Jahr oder bei höherer Fahrleistung etwa alle 15 000 Kilometer“, empfiehlt die Bosch-Expertin Tanja Henninger-Süß. djd

Fahrzeugschein: Bei Pkw auf zuläsiges Gesamtgewicht achten

Ob der Kofferhaufen da mitfahren darf, kann man dem Fahrzeugschein entnehmen.      Foto: Sebastian Gollnow/dpa-Magazin
Ob der Kofferhaufen da mitfahren darf, kann man dem Fahrzeugschein entnehmen.      Foto: Sebastian Gollnow/dpa-Magazin

Kopfstützen sollten bei Nutzung eines Kindersitzes im Auto nicht vorsorglich entfernt werden. Darauf weist der ADAC hin. Crash-Tests haben ergeben, dass ohne Kopfstütze ein erhöhtes Verletzungsrisiko für die Kinder besteht. Die Kopfstütze reduzierte die auftretenden Kräfte (Beschleunigung, Zugkraft und Biegemoment) deutlich.

Zum generellen Ausbau wird sowohl in Anleitungen der Sitze als auch des Fahrzeugs häufig geraten. Vor allem wenn die Sitze hoch sind kann eine Kopfstütze im Weg sein. Der ADAC rät dazu, dem Universalrat nicht zu folgen und eine individuelle Entscheidung zu treffen.

Kriterien, die eine Anpassung erfordern sind eine deutlich zu aufrechte Sitzposition des Kindes, ein in der Schlafposition nach vorne kippendes Kind, oder ein Sitz der bei einer Kurvenfahrt zur Seite kippt. In diesen Fällen rät der ADAC dazu, die Kopfstütze wenn möglich um 180 Grad gedreht einzubauen. Geht das nicht, sollte sie tatsächlich entfernt werden. dpa