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19:36 26.04.2021
Ein Friedhof kann für viele eine Oase der Ruhe sein: Der angehende Friedhofsgärtner Nico Hemsteg sorgt dafür, dass dort alle Pflanzen in bestem Zustand sind. Foto: Kirsten Neumann, dpa-Magazin

Es grünt, es blüht, es duftet: Besonders im Frühjahr sorgen Pflanzen auf Friedhöfen für eine besondere Stimmung. Aber auch in anderen Jahreszeiten zieren etwa Gehölze wie Zypressen, Wacholder oder Kiefer die Grabstätten und Wege. Das alles anzulegen und zu pflegen, gehört zum Job von Friedhofsgärtnerinnen und -gärtnern.

Nico Hemsteg lernt in seiner Ausbildung bei der Gärtnerei Freuken in Duisburg, worauf es dabei ankommt. Der 24-Jährige mag es, stundenlang draußen in der Natur zu sein, den Wechsel der Jahreszeiten hautnah zu erleben und dabei körperlich zu arbeiten. „Den ganzen Tag im Büro zu sitzen, das wäre gar nichts für mich.“

Der Alltag von Friedhofsgärtnern umfasst dabei weit mehr als Grabstätten anzulegen - zum Beispiel Kränze stecken, Schalen bepflanzen oder Räume mit Blumen ausstaffieren und so eine würdevolle Atmosphäre für eine Trauerfeier schaffen.

Professionelle Beratung - mit Einfühlungsvermögen

„Wer sich für den Beruf interessiert, darf keine Angst vor dem Umgang mit Trauernden haben“, sagt Christian Rohr. Er ist Geschäftsführer des Bundes deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau (ZVG). Friedhofsgärtner müssen einfühlsam sein, um Hinterbliebene in einer für sie oftmals schwierigen Lebenssituation bei Fragen zur Grabgestaltung professionell beraten. „Dabei kann ich mich auch mit eigenen Ideen einbringen“, erzählt Nico Hemsteg. Denn mitunter haben Trauernde keine konkreten Vorstellungen, welche Pflanzen und Gehölze auf einer Grabstätte stehen sollen. Dabei braucht es neben Kreativität auch einen Sinn für Ästhetik.

Auch Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein sind wichtig, etwa wenn Friedhofsgärtner in zur Gärtnerei gehörenden Gewächshäusern für die richtige Belichtung und Bewässerung von Pflanzen sorgen müssen.

Mit Kopf und Körper

Bewerber um einen Ausbildungsplatz sollten mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen können. „Von Vorteil ist es, fit in Mathe zu sein“, sagt Rohr. Denn wer Grabstätten plant, muss die Fläche berechnen und Preise kalkulieren.

Ebenfalls ein Muss ist Teamfähigkeit, weil Friedhofsgärtner in der Regel zusammen mit Kolleginnen und Kollegen werkeln. Wer die Ausbildung in Erwägung zieht, braucht zudem natürlich ein besonderes Interesse an Pflanzen. Der Job ist körperlich fordernd, auch wenn zunehmend Maschinen und Geräte zum Einsatz kommen.

Extra-Arbeit rund um die Feiertage

Einen klassischen Tag im Leben eines Friedhofsgärtners gibt es nicht. „Neben den eigentlichen Aufgaben auf dem Friedhof fallen je nach Betrieb ganz unterschiedliche Tätigkeiten an“, sagt Rohr. So sind sie etwa häufig auch dafür zuständig, die Friedhofsanlage zu pflegen - etwa Hecken schneiden, Rasen mähen oder Bäume pflanzen.

Auch die Jahreszeiten verändern die Tätigkeiten. Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter - in jeder Saison erfolgt die jeweils passende Bepflanzung auf den Gräbern, die zu schneiden und zu pflegen ist. „Richtig stressig geht es oft vor den Feiertagen zu, wenn die Hinterbliebenen die Grabstätte top in Ordnung haben wollen“, so Hemsteg.

Friedhöfe als Oasen der Ruhe

Mit dem Friedhof als Arbeitsort hat er jedenfalls keine Probleme. „Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, dass Trauernde an einem Grab ein stückweit Trost finden.“ Zudem sind nach seiner Beobachtung Friedhöfe längst mehr als eine Ansammlung von Grabstätten. Viele gehen in den parkähnlichen Geländen joggen oder genießen die Orte als Oasen der Ruhe - und das oftmals mitten in der Stadt. „Wenn ich auf dem Friedhof unterwegs bin, sehe ich zwischenzeitlich mehr fröhliche als traurige Gesichter“, so Nico Hemsteg.

Gut 2000 Euro im Monat für Berufseinsteiger

Die Ausbildungsvergütung für angehende Friedhofsgärtner kann je nach Betrieb und Bundesland variieren, nicht tarifgebundene Firmen zahlen unter Umständen weniger. Die tarifliche Vergütung lag im Jahr 2020 nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) für Gärtner aller Fachrichtungen im Schnitt zwischen 880 Euro brutto im ersten Ausbildungsjahr und 1051 Euro brutto im dritten Ausbildungsjahr. Das Gehalt ausgebildeter Fachkräfte hängt laut ZVG vom Betrieb, aber auch ab vom Anspruch der Tätigkeiten : Berufseinsteiger verdienen zwischen 2000 und 2600 Euro brutto im Monat. dpa


Bestattung heute

Fünf Vorsorgetipps für die Beisetzung im Wald

Wer sich heute für eine Bestattung in der freien Natur entscheidet, sorgt anders vor als für eine traditionelle Beisetzung auf einem Friedhof. Fünf Tipps können Ihnen dabei helfen, dass die Zeremonie ganz nach Ihren Wünschen verläuft und Angehörige im Trauerfall nicht mit Entscheidungen überfordert werden.

Tipp 1: Den Bestattungswald kennenlernen

Für viele Menschen ist es ein beruhigender Gedanke, schon zu Lebzeiten den Ort zu kennen, an dem sie einmal ihre letzte Ruhe finden werden. Ganz unkompliziert kann das jederzeit durch einen Besuch im Bestattungswald in der Nähe des eigenen Wohnortes geschehen. Bei einem Waldspaziergang kann schon einmal ein Gefühl für den Wald entwickelt werden. Wer sich ihn von erfahrenen Förstern zeigen lassen möchte, kann bei Anbietern wie Fried- Wald einen Termin vereinbaren.

Tipp 2: Einen Baum finden und auswählen

Das ist er, mein Baum! Es gibt Menschen, die haben direkt bei einem Waldspaziergang schon dieses Aha- Erlebnis. Wer sich die Nummer am Baum notiert, kann sich umgehend alle erforderlichen Unterlagen zusenden lassen. Es ist aber auch möglich, dass ein erfahrener Förster Sie bei einem individuellen Gang durch den Wald begleitet und bei der Auswahl Ihrer Ruhestätte unterstützt.

Tipp 3: Einen Vertrag abschließen

Wenn der passende Baum gefunden wurde, kann gemeinsam mit dem Förster schon direkt im Wald ein Vertrag erstellt werden. Zur Vorsorge einer Bestattung gehört heute dazu, diesen zu Hause in aller Ruhe zu prüfen. Wenn Sie den Vertrag unterzeichnet abgeschickt haben, werden Sie im Baumregister eingetragen. Sie erhalten eine Urkunde über das Nutzungsrecht für den Baum und eine Karte, damit Sie ihn jederzeit wiederfinden.

Tipp 4: Reden im Wald

Für den einen ist bei einer Bestattung eine feierliche Rede unerlässlich, ein anderer legt mehr Wert auf Musik. Beim letzten Abschied im Wald sind heute zahlreiche Zeremonien möglich. Freie Trauerfeiern sind ebenso üblich wie kirchlich begleitete. Musik kann vom Band kommen oder auch von einer Band live im Wald gespielt werden. Häufig wird zunächst gemeinsam am Andachtsplatz Abschied genommen, bevor es geschlossen zum Baum geht, an dem die Urne beigesetzt wird.

Tipp 5: Baum tauschen

Sie ziehen um und möchten lieber an einem Baum in einem anderen Wald nahe ihrer neuen Heimat beigesetzt werden? Ein Baumtausch innerhalb eines oder zwischen verschiedenen FriedWald-Standorten ist jederzeit möglich. djd


Erste Farbspiele auf den Gräbern

Leuchtende, kompakte Frühjahrsblüher und frühjahrsblühende Gehölze bieten sorgen für eine attraktive Begräbnisstätte

Die ersten Sonnenstrahlen laden ein zu einem Besuch auf dem Friedhof. Noch sind die großen Bäume kahl. Doch die ersten Sträucher, wie die winterblühende Zaubernuss (Hamamelis), die bereits vor dem Laubaustrieb wunderschön gelb blüht und angenehm duftet, zeigen bereits das der Frühling naht. Auch auf den Gräbern schauen die ersten vorwitzigen grünen Spitzen der Frühjahrsblüher aus der Erde. Besonders das frische Grün tut der Seele gut und macht Freude jetzt mit der Pflege des Grabes zu starten.

Zwar werden als Rahmenbepflanzung auf dem Grab oft Nadelgehölze wie Wacholder, Eibe, Lebensbaum, Kiefer oder Zypresse verwendet, aber auch Laubgehölze schaffen eine interessante Kulisse, wie Fächer-Ahorn oder eine frühjahrsblühende Zaubernuss, gelbe Forsythie oder die Hängende Weide mit ihren gelben Kätzchen, die bereits früh im Jahr Nahrung für Bienen und Hummeln bietet.

Wenn keine starken Fröste mehr in Aussicht stehen, können Gehölze jetzt bei Bedarf zurückgeschnitten werden, um trockene, abgestorbene Triebe zu entfernen oder der Pflanze einen Formschnitt zu geben, heißt es in einer Pressemitteilung der Gesellschaft deutscher Friedhofsgärtner mbH.

Zum Hingucker in der Wechselbepflanzung werden Zwiebelblüher, wie Krokusse, Narzissen und Tulpen, die vorgetrieben aus der Gärtnerei kommen, jetzt in Kombination mit einem bunten Primel-Mix das Grab zu Leuchten bringen. Außerdem eignen sich Tausendschön/ Gänseblümchen, Stiefmütterchen in einem riesigen Farb-Spektrum sowie weiße, rosa- und blaublühende Vergissmeinnicht als dankbare Kombinationspartner. Gänseblümchen, Vergissmeinnicht und Stiefmütterchen haben übrigens eine lange Tradition und gelten als Symbolpflanzen für die Grabgestaltung.

Das Gänseblümchen steht für Bescheidenheit, Mutterliebe und Unschuld. Mit dem Vergissmeinnicht drückt der Angehörige aus „Du sollst unvergessen bleiben“ (Symbol: Liebe und Treue) und das Stiefmütterchen steht für Dreieinigkeit und Erinnerung.

Auch aus dem Reich der Stauden sorgen jetzt frühjahrsblühende Arten für eine abwechslungsreiche Bepflanzung. Die Gattung Erysimum – der Goldlack – vereint mittlerweile ein Farbspektrum von Weiß über Gelb bis Orange, Rot und Violett. Frühzeitig blühen auch Gänsekresse in schneeweiß und die weißen Schleifenblumen.