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00:05 17.04.2021
Für Beet- und Balkonpflanzen fällt die Pflanzzeit mittlerweile in den April und Mai. Foto: Christin Klose

Die frischen Erdbeeren aus dem Garten der Großeltern musste die Familie meist rasch essen oder zu Marmelade verarbeiten. Die Früchte waren meist nicht lagerfähig. Dafür hatten sie oft einen hohen Gehalt an Saft – quasi der Träger für das Aroma.

„Ist eine Erdbeere vom Fruchtfleisch so fest wie ein Apfel, verliert sie deutlich an Geschmack“, erläutert Lothar Schatz, Gartenbau-Ingenieur und Erdbeerzüchter aus Stuttgart.

Daher schmecken gekaufte Erdbeeren selten so aromatisch wie die selbstgepflückten Erdbeeren aus der Kindheit. Neben Nostalgie liegt dies auch daran, dass gute Erdbeeren für den Handel meist andere Kriterien erfüllen müssen. Die Früchte sollen fest, groß, transport- und lagerfähig sein.

Wer einen Balkon oder Garten hat, kann Erdbeeren selber anbauen – und die reifen Früchte dann wie früher pflücken und sich in den Mund stecken. Bei den Erdbeeren hat aber in vielerlei Hinsicht ein starker Wandel stattgefunden. „Die Erdbeersaison hat sich verschoben“, sagt der Gartenbau-Ingenieur Raimund Schnecking aus Münster. Für Beet- und Balkonpflanzen fällt die Saison mittlerweile in den April und Mai.

Ursprünglich war die Pflanzzeit für Erdbeeren gut drei Monate später. Dabei pflanzte man nicht für die laufende Saison, sondern für das folgende Jahr. Doch: „Der Kunde möchte möglichst sofort bis zum Saisonende immer frische Früchte ernten“, erklärt Schnecking.

Bei der Auswahl der Pflanzen gibt es ein paar Unterschiede: Immer tragende Sorten blühen und fruchten unabhängig von der Tageslänge, erklärt Schatz. Während Beet-Erdbeeren im Kurztag des Vorjahres – also eher Ende August – ihre Blüten anlegen. „Die Blüten treiben allerdings erst im nächsten Jahr“, erläutert der Erdbeerzüchter.

Während die Beet-Erdbeere eine Pflanze für gute Erträge mit leckeren Früchten ist, haben Erdbeerpflanzen für den Balkon oft eine prächtigere Blüte – entsprechend der höheren Ansprüche vieler Balkonbesitzer an deren Schönheit.

„Großblumige Sorten wie 'Toskana' oder 'Elan' sind sehr beliebt“, sagt Schnecking. Auch die sogenannten Rosen-Erdbeeren haben besonders große Blüten. „Die gefüllt blühende Rosen-Erdbeere 'Summer Breeze Snow' trägt klassisch weiße Blütenschalen, während 'Summer Breeze Rose' und 'Summer Breeze Cherry' rosarote, gefüllte Blüten haben“, beschreibt er die neuen Trendsorten.

Neben schönen Blüten sei natürlich auch der Geschmack wichtig, so Schnecking. Wer immer ein paar Beeren naschen will, sollte sich am besten gleich mehrere Pflanzen besorgen. „So können sich die einzelnen Pflanzen zwischendurch regenerieren“, erklärt Schnecking.

Eine Erdbeerpflanze liefert etwa 400 bis 500 Gramm Früchte. Bei den Beetsorten reift diese Menge in einer Zeitspanne von etwa zwei Wochen, während sich bei den immertragenden Sorten für den Balkon dieser Ertrag vom Juli bis zum Frost erstreckt.

„Wer sich mit Marmelade selbst versorgen will, der pflanzt Beet-Erdbeeren“, rät Schatz. Zusätzlich empfiehlt er auch einige Balkon-Sorten zu pflanzen. dpa
   

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