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Home Sonderthemen Oschatz & Region Solaranlagen-Eigentümer können Verluste steuerlich geltend machen
08:14 19.02.2021
Wer mit seiner Photovoltaikanlage Verluste einfährt, kann diese steuerlich geltend machen, so ein aktuelles Urteil. Foto: Friso Gentsch/dpa

Immobilien-Eigentümer, die mit ihrer Photovoltaikanlage Strom ins Netz einspeisen, müssen die Gewinne versteuern. Sie können aber auch Verluste steuermindernd absetzen.

„Das Finanzamt darf solche Verluste nicht einfach streichen“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Auch wenn sie mehrere Jahre in Folge entstehen.“

Gerade bei teuren Anlagen und geringeren Einspeisevergütungen kann es in den Anfangsjahren zu Verlusten kommen.

Ein Fall aus Thüringen

Das war auch bei einer Hausbesitzerin aus Thüringen der Fall. In den drei Jahren nach der Anschaffung der Photovoltaikanlage entstanden ihr unterm Strich Verluste.

Auch im Streitjahr 2016 erzielte sie ein negatives Ergebnis von 261 Euro, das sie in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machte. Doch das wollte das Finanzamt nicht anerkennen, weil es sich aus seiner Sicht um eine steuerlich unbeachtliche Liebhaberei handele.

Finanzamt muss von Gewinnerzielungsabsicht ausgehen

Die Finanzbeamten rechneten vor, dass sich die Anschaffung der Anlage nicht lohnen könne. Das sah das Finanzgericht Thüringen anders: Beim Betrieb einer solchen Photovoltaikanlage ist grundsätzlich von einer Gewinnerzielungsabsicht auszugehen, befanden die Richter. Verluste muss das Finanzamt daher steuermindernd anerkennen (Az.: 3 K 59/18). Inzwischen ist das eigentümerfreundliche Urteil rechtskräftig.

Urteil für andere hilfreich

Wer mit seiner Photovoltaikanlage Verluste macht, kann sich auf diese Entscheidung aus Thüringen berufen. „Denn Verluste allein machen die Photovoltaikanlage noch lange nicht zu einem steuerlich unbeachtlichen Hobby“, erläutert Klocke. Selbst in Fällen, in denen die Gewinnerzielungsprognose negativ ist, komme eine Liebhaberei nur dann in Betracht, wenn die Tätigkeit auf privaten Motiven beruht.

Urteil: Wann wird für geerbte Immobilie Erbschaftsteuer fällig?

Das Familienheim ist in bestimmten Fällen von der Erbschaftsteuer befreit. Aber die Regeln hierzu werden eng ausgelegt. Foto: Andrea Warnecke/ dpa
Das Familienheim ist in bestimmten Fällen von der Erbschaftsteuer befreit. Aber die Regeln hierzu werden eng ausgelegt. Foto: Andrea Warnecke/ dpa

Wird eine Immobilie geerbt, wird nicht in jedem Fall Erbschaftsteuer fällig. Wer diese Immobilie selbst nutzt und zehn Jahre lang nicht verkauft, vermietet oder verpachtet, muss nichts an das Finanzamt abführen. In vollem Umfang profitieren davon aber nur erbende Ehe- oder eingetragene Lebenspartner. Bei Kindern gibt es Grenzen. Laut einem aktuellen Urteil des Finanzgerichts Münster gibt es bei dieser Regelung wenig Spielraum: So entfällt die Erbschaftsteuerbefreiung auch dann, wenn das Familienheim innerhalb von zehn Jahren verkauft wird, der Auszug aber auf ärztlichen Rat hin aufgrund einer Depressionserkrankung erfolgte (Az.: 3 K 420/20 Erb). Noch ist das letzte Wort aber nicht gesprochen: Das Gericht hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen, so die Deutsche Presse-Agentur.