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Home Sonderthemen Beruf & Bildung Roßweiner Firma betreibt jetzt ein Azubi-Shuttle
11:58 06.02.2020
NÄCHSTER HALT AUSBILDUNGSPLATZ: Holger Bauschke, Ausbildungsleiter bei Gemeinhardt Gerüstbau, bringt seine Azubis zum Unternehmensstandort oder zur Baustelle und auch wieder zurück. Foto: meeco Communication Services 
Gemeinhardt Gerüstbau Service

Seit 2001 sind Walter Stuber und Dirk Eckart erfolgreiche Unternehmer. Gemeinsam leiten sie die Geschicke der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH in Roßwein und den Niederlassungen in Braunschweig und Frankfurt/ Main. Das beste Gerüst für den besonderen Zweck mit den tollsten Mitarbeitern soll es sein, wenn es nach den beiden Chefs geht. Damit es immer genügend fähige Gerüstbauer gibt, bildet das Unternehmen am Standort in Roßwein auch selbst aus. Um dafür Azubis zu finden, gibt es inzwischen ein Ausbildungsmobil, in dem der Beruf mit Videos und Gerüstbau-Experten vorgestellt wird.

Allerdings hatte das Unternehmen bis vor kurzem noch ein essenzielles Problem mit seinen Auszubildenden: Lehrlinge haben oftmals noch keinen Führerschein, und der öffentliche Nahverkehr im ländlichen Raum funktioniert nicht so richtig. Daher setzte Gemeinhardt Gerüstbau wieder mal neue Maßstäbe und schaffte sich für den Gerüstbauernachwuchs einen eigenen „Linienbus“ an. Dieser fährt jetzt in den wesentlichen Ecken der Region rechtzeitig vor Arbeits­beginn und direkt nach Schichtende herum und sammelt die Azubis ein beziehungsweise liefert sie wieder dort ab.

„Das Problem ist, dass der erste richtige Linienbus eine Stunde vor Schichtbeginn ankommt und der nächste erst eineinhalb Stunden danach“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Dirk Eckart. „Also haben wir uns kurzerhand einen eigenen Bus gekauft und fahren jetzt bestimmte Stellen an, die die Azubis fußläufig erreichen können.“

„Wir bieten unseren Auszubildenden generell sehr viel. Es fängt bei 20 Prozent mehr Lohn an, als die Bundesinnung vorgibt, geht mit einem kostenfreien Fallschirmsprung weiter, wenn man ein halbes Jahr im Unternehmen ist, und hört bei diversen Boni auf, wenn man zum Beispiel keine Raucherpausen einlegt oder nicht krank wird. Es wäre schade, wenn eine Mitarbeit aufgrund der bescheidenen ÖPNV-Situation scheitert“, führt Eckart weiter aus. Gemeinhardt Gerüstbau zahlt im 1. Lehrjahr 978 , im 2. Lehrjahr 1218 und im 3. Lehrjahr 1518 Euro.

Ausbildungsleiter Holger Bauschke legt großen Wert auf eine ordentliche Präsentation der Firma, ein gepflegtes Äußeres und natürlich „Pünktlichkeit! Auf dem Bau ist das sehr wichtig!“, weiß er zu berichten. Deshalb fährt er persönlich jetzt täglich die Lehrlinge zum Unternehmensstandort oder auf die jeweilige Baustelle und wieder zurück nach Hause.

MEHR INFOS auf www.spezialgeruestbau.de


Auszubildende können ihre Aufwendungen bei der Einkommensteuererklärung angeben – zumindest, wenn sie Steuern zahlen. Oft erreichen Azubis den jährlichen Freibetrag nicht und sind deshalb nicht steuerpflichtig, erklärt die Lohnsteuerhilfe Bayern. Die An- und Abfahrt zur Berufsschule gilt dabei als Dienstreise. Azubis können dafür die tatsächlich entstandenen Aufwendungen ansetzen. Das sind die Ticketkosten für Bahn, Bus oder S-Bahn. Wer mit dem Auto zur Schule fährt, kann 30 Cent pro Kilometer steuermindernd geltend machen – und zwar für Hin- und Rückfahrt. Für die Fahrt zum Ausbildungsbetrieb gilt dagegen die Entfernungspauschale: Hier fallen 30 Cent pro Kilometer an, unabhängig davon, welches Fahrzeug gewählt wird. Allerdings können Arbeitnehmer pro Tag nur die einfache Wegstrecke ansetzen, nicht Hin- und Rückfahrt.
    

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