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Home Sonderthemen Wirtschaft & Finanzen Ein Stück neu gewonnene Normalität in der Region Borna-Geithain
10:39 15.06.2020
Viel Andrang herrscht jedes Mal auf dem Wochenmarkt in Borna. Die Besucher bemühen sich, Abstand zu halten. Foto: André Neumann

Unzählige kleine Geschäfte, viel Kultur, große Feste und Konzerte, Weltstars, die sich die Ehre geben, zahlreiche Sportvereine und eine Natur, in der sich unzählige schöne Stunden verbringen lassen. Darüber hinaus Kindergärten, Schulen, eine gute Verkehrsanbindung in die Messestadt: Die Region Borna-Geithain ist nicht nur Erlebenswert, sondern auch lebenswert. Gerade in Zeiten wie einer Pandemie zeigt sich, welche Vorteile das Leben in ländlichen Regionen mit sich bringt: Einzelhändler halten über Handybestellungen Kontakt zu ihren Kunden und liefern nach Hause, Sport ist im Wald genauso möglich wie am See, Kitaerzieher malen für ihre Schützlinge Bilder, der Zusammenhalt ist größer.

Bäckerei & Konditorei Claus

Nun kehrt in kleinen Schritten nach den langen Wochen der Krise die Normalität zurück. Geschäfte und Wochenmärkte öffnen regulär, Hotels und Restaurants begrüßen Gäste, Sportler trainieren wieder. Und auch gemütliche Abende außerhalb der vier Wände sind wieder möglich. So gibt es beispielsweise auf dem Volksplatz in Borna jeden Freitag Sommerkino, Oldtimerfans treffen sich zu gemeinsamen Ausfahrten, der Tierpark in Geithain lockt Tierfreunde, am Haselbacher See können Erdbeeren selbst gepflückt werden, im Kohrener Land können Wanderer gemeinsam mit Ziegen auf Tour gehen. Richtig viel los also. „Es ist so schön, endlich wieder was erleben zu können“, sagt Thoralf Lang aus Borna, der am kommenden Sonnabend eine Oldtimer-Ausfahrt auf die Beine stellt.

Andere hingegen freuen sich, wieder bummeln gehen zu können. Seit Wochen haben die Geschäfte wieder geöffnet. Zwar unter einigen Auflagen, aber so, dass von Bummeln auch die Rede sein kann. Jana Tröbs, Inhaberin von Jana`s Modeeck in Borna, zeigt sich sehr zufrieden mit der Nachfrage. „Wir hatten nach der zwangsweisen Schließung einen guten Start“, erzählt sie. Viele Stammkunden seien vorbeigekommen, um nach Frühjahrs- und Sommermode Ausschau zu halten.


"Nicht höher – schneller – weiter, sondern bewusster – menschlicher – achtsamer."


Dass sie täglich zahlreiche Kunden im Geschäft begrüßen könne, begründet sie damit, dass die Kunden ausgesprochen dankbar seien für das Stück neu gewonnene Normalität. Es ist derzeit ein vorsichtiges Rantasten an eben diese. Gerade bei den Einzelhändlern in der Region. Silke Szelwis, Inhaberin des Geschenkeladens „Liebe Lilli“, geht es daher nicht um umfangreiche Rabattaktionen: „Auch wenn wir alle unsere Umsätze brauchen, fühlt es sich doch zur Zeit nicht nach ,höher – schneller – weiter’ an, sondern mehr nach ,bewusster – menschlicher – achtsamer’.“

Auch die Händler der Wochenmärkte stoßen mit ihren Angeboten auf eine dankbare, zahlreiche und überwiegend gut gelaunte Kundschaft. „Wir machen hier immer unsere Einkäufe, um die örtlichen Händler zu unterstützen“, betont Joachim Steinhäußer.


Findige Ideen

Um die Kunden in der schwierigen Zeit der Schließung zu halten, haben sich die Einzelhändler in der Region unzählige Ideen einfallen lassen. Viele dekorierten ihre Schaufenster so um und nummerierten die ausgestellte Waren, so dass Kunden auch während der Schließung via Telefon oder E-Mail bestellen konnten. Geliefert wurde anschließend bis an die Haustür oder per Post. Auch Aufrufe, nicht bei großen Online-Versandhändlern zu bestellen, zeigten Wirkung.

Das Engagement der Geschäftsinhaber hat dazu geführt, dass die Kunden treu geblieben sind. Viele von ihnen möchten die Händler vor Ort nicht missen. „Ich komme schon so lange in die einzelnen Geschäfte, dass die Inhaber und Verkäufer schon wissen, wonach ich suche. Außerdem bleibt immer auch etwas Zeit zum Schwatzen“, macht eine Kundin deutlich.

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Seit Wochen sind die Geschäfte wieder geöffnet. Zuweilen mit geänderten Öffnungszeiten und noch immer unter bestimmten Hygieneauflagen. Dennoch zeigen sich die Hädler recht zufrieden. Sie haben die Krise überstanden – dank ihrer findigen Ideen zu Bestellung und Lieferung. Und dank der Kunden, die treu geblieben sind.

Bert Endruszeit
Bert Endruszeit

Martina Voll, Gewerbeverein Borna

Je nach Sortiment haben die Händler gut zu tun. So gehen Bücher und Gartenbedarf sehr gut, in Modegeschäften ist die Nachfrage noch recht verhalten. Auch Geschenke werden wieder verstärkt nachgefragt.

Julia Tonne
Julia Tonne

Evelyn Lerchner, Gewerbeverein Frohburg

Die Geschäfte, die lange nicht öffnen durften, haben es noch immer recht schwer. Die Einzelhändler haben nach wie vor mit Unsicherheiten und vielen Auflagen zu kämpfen.

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