Menü
Anmelden
Wetter Regenschauer
15°/9°Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig

Themenwelten
17:29 18.09.2021
Geschäftsführer der Notarkammer Sachsen: Tim Hofmann. Foto: Uta Großkopf

Vom Beruf der/des Notarfachangestellten hört man sehr wenig in der Öffentlichkeit. Und fragt man Schülerinnen und Schüler, können die meisten nur raten. Dabei ist der Beruf „abwechslungsreich, spannend und verantwortungsvoll“, sagt Tim Hofmann, Geschäftsführer der Notarkammer Sachsen. Im Interview klärt er zum Beruf und zur Ausbildung genauer auf.

Was machen Notarfachangestellte genau?

Die Aufgaben einer/s Notarfachangestellten sind vielfältig und komplex und eng mit der Tätigkeit des Notars verbunden. Man könnte sagen, Notarfachangestellte sind die rechte Hand des Notars. Der Notar hilft, ganz allgemein formuliert, Streit zu vermeiden, indem er Rechtsbeziehungen zwischen Menschen rechtssicher und vorausschauend gestaltet – sei es bei Unternehmensgründungen, Kaufverträgen, Testamenten, Eheverträgen oder Vorsorgevollmachten. Hierbei sind Notarfachangestellte oft die ersten Ansprechpartner für die Mandanten. Sie nehmen den Sachverhalt auf, vereinbaren Termine, bereiten Besprechungen vor und setzen sogar Urkundsentwürfe selbstständig auf. Sie holen auch Genehmigungen bei Behörden und Bankinstituten ein und kümmern sich um Einträge zum Beispiel ins Grundbuch. Darüber hinaus schreiben sie Rechnungen und organisieren den Büroablauf.

Was ist in Ihren Augen das Tolle an dem Beruf?

Dass die Arbeit sehr vielseitig, spannend und abwechslungsreich ist. Die Fälle, die man bearbeitet, stammen mitten aus dem Leben, keiner gleicht dem anderen.

Welche Voraussetzungen sollten angehende Azubis mitbringen?

Die Arbeit mit den Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und die Bearbeitung ihrer Anliegen verlangt ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Zuverlässigkeit und Diskretion – aber auch Einfühlungsvermögen, um sich in die Situation der Mandanten hineinzuversetzen. Grundsätzlich ist eine sehr gute Kommunikationsfähigkeit das A und O. Für die Bürotätigkeit sind Planungs- und Organisationsvermögen gefragt und natürlich sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache.

Wie lange dauert die Ausbildung und was beinhaltet sie?

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre, kann aber unter bestimmten Voraussetzungen auf zwei Jahre verkürzt werden. Die Ausbildung erfolgt sowohl im Ausbildungsbetrieb, also beim Notar vor Ort, als auch in der Berufsschule. Während der Ausbildung lernt man unter anderem, wie Büro- und Arbeitsabläufe im Notariat organisiert sind und wie man Schriftstücke und Verträge fachmännisch aufsetzt. Neben der Vorbereitung von Urkunden spielt auch deren Abwicklung und das Erstellen von Kostenrechnungen eine Rolle.

Kann ich mich bei jedem Notar für eine Ausbildung bewerben?

Notare gibt es flächendeckend – in Sachsen allein an 54 Standorten. Wenn ich einen Ausbildungsbetrieb in der Nähe von Familie und Freunden wünsche, ist das ein großer Vorteil. Aktuelle Ausbildungsangebote veröffentlichen wir jeweils auf unserer Homepage (www.notarkammersachsen.de).

Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung benötigt?

Bewerben kann man sich zum Beispiel mit einem Oberschulabschluss oder der allgemeinen Hochschulreife. Entscheidend sind jedoch die Leistungen am Arbeitsplatz.

Sollte man vorher ein Praktikum absolvieren?

Ein Praktikum ist immer sinnvoll, um herauszufinden, ob der Berufswunsch wirklich zu einem passt. Eine Verpflichtung gibt es allerdings nicht.

Wie sehen die Übernahmechancen nach erfolgreichem Abschluss aus?

Notarfachangestellte sind sehr gefragt und der Bedarf groß. Daher ist die Chance auf Übernahme nach dem Abschluss sehr gut.

Gibt es die Möglichkeiten der Weiterqualifizierung?

Ja, auch im Notariat gibt es Aufstiegschancen. So kann die/der fertige Notarfachangestellte im Rahmen eines Fernstudiums den Abschluss „Leitende Notarmitarbeiterin/Leitender Notarmitarbeiter“ erlangen. Auch für Quereinsteiger oder Studienabbrecher bestehen verschiedene Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung.

Interesse geweckt?
Antworten auf alle Fragen rund um den Beruf und die Ausbildung zur/zum Notarfachangestellten gibt es auf www.notarkammer-sachsen.de und www.notarianer.de, telefonisch unter 0351 807270 sowie per E-Mail an: info@notarkammersachsen.de.
   

3
/
7