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Themenwelten
14:28 08.07.2021
Aushelfen im Pflegeheim: Das FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) oder andere Freiwilligendienste können eine Alternative zum Ausbildungsstart sein. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-mag

Jugendliche, die kurz vor Start des neuen Ausbildungsjahr noch keine Stelle gefunden haben, müssen das Jahr nicht gleich abschreiben. Ja nachdem, welche Voraussetzungen und Vorstellungen sie mitbringen, können sie alternative Wege einschlagen. Was bietet sich an?

STELLENBÖRSEN: Derzeit gebe es zum Beispiel noch viele unbesetzte Ausbildungsplätze, sagt Daniela Wilke, Berufsberaterin bei der Bundesagentur für Arbeit in der Region Berlin-Brandenburg. „Gerade im Handwerk, aber auch im Handel.“

Die gilt es zu finden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) verweist für die Suche nach offenen Lehrstellen auf die Internetseiten der Handwerkskammern sowie bundesweit auf lehrstellen-radar.de. Auch die Industrie- und Handelskammern sammeln unter ihk-lehrstellenboerse.de freie Ausbildungsplätze, weitere Angebote finden Interessierte zudem über die Jobbörse der Arbeitsagentur unter jobboerse.arbeitsagentur.de.

EINSTIEGSQUALIFIZIERUNG: Wer bei der Suche nach einem Ausbildungsberuf in der Wunsch-Branche bislang noch nicht erfolgreich war, kann auch über eine Einstiegsqualifizierung (EQ) nachdenken. Das Programm soll jungen Menschen den Weg in die Ausbildung erleichtern. Mitfinanziert von der Agentur für Arbeit können junge Erwachsene ein sechs- bis zwölfmonatiges Praktikum absolvieren, das sie auf die Ausbildung vorbereitet. Während der Qualifizierungsmaßnahme verdienen Jugendliche auch schon etwas Geld und können die Berufsschule besuchen.

BERUFSVORBEREITENDE BILDUNGSMAßNAHME: Daneben verweist Daniela Wilke auf ein Angebot, das sich Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) nennt. Es dient ebenfalls der Vorbereitung auf eine Ausbildung. Anders als bei der Einstiegsqualifizierung können Jugendliche und junge Erwachsene in Praktika gleich verschiedene Berufsfelder austesten.

„Das ganze dauert bis zu 12 Monate, währenddessen werden die Jugendlichen sozialpädagogisch begleitet“, sagt die Berufsberaterin. So helfen die Betreuerinnen und Betreuer etwa dabei, passende Praktikumsplätze zu finden.

FREIWILLIGENDIENST: Wer noch gar nicht wirklich weiß, was der Wunschberuf ist, oder ob es überhaupt eine Ausbildung sein soll, kann sich etwa für den Bundesfreiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bewerben. „Beides sind gute Möglichkeiten, und es gibt derzeit noch viele offene Angebote“, sagt Wilke.

REGIONALE ANGEBOTE: Nicht zuletzt können sich Jugendliche bei ihren örtlichen Berufsberatungen der Agentur für Arbeit zu regionalen Angeboten informieren. Annette Meinke/dpa


Wie weiter nach den Sommerferien?

Jetzt einen Ausbildungsvertrag abschließen

Vor knapp einem Monat waren noch rund 1000 junge Menschen in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen ohne einen konkreten Ausbildungsplatz bei der Arbeitsagentur gemeldet. Fast genauso viele freie Lehrstellen gelten derzeit noch als unbesetzt.

Die Chancen auf eine Ausbildung in der Region sind gut. „Die letzten Monate waren für Schulabsolventen mitunter turbulent. Veränderte Schulbedingungen und eingeschränkte Möglichkeiten, Berufe für sich zu erkunden, machten es für die Jugendlichen nicht einfach. Wichtige Begleiter wie die Berufsberater und -beraterinnen standen zudem nur im Rahmen der vorgeschriebenen Kontaktbeschränkungen zur Verfügung“, erklärt Arbeitsagenturchefin Cordula Hartrampf-Hirschberg.


„Geht nicht ohne Ausbildungsvertrag in die Sommerferien. Nutzt die Möglichkeiten für Praktika oder Ferienarbeit.“

Cordula Hartrampf-Hirschberg, Oschatzer Arbeitsagenturchefin


„Umso bemerkenswerter ist es, dass sich alle Beteiligten so kraftvoll für Ausbildung engagiert haben und es so den befürchteten Corona-Jahrgang am Ausbildungsmarkt nicht geben wird. Am Ziel, möglichst alle Ausbildungsplätze zu besetzen, sind wir aber noch nicht.“

Insgesamt hatten sich seit Oktober 2020, dem Beginn des Berufsberatungsjahres, unwesentlich weniger Jugendliche als Bewerber bei der Arbeitsagentur gemeldet wie ein Jahr zuvor. Parallel meldeten die Betriebe rund zehn Prozent mehr Ausbildungsstellen zur Besetzung.

Die Agenturchefin appelliert an alle Jugendlichen, die noch nicht wissen, wie es für sie nach der Schulzeit beruflich weitergeht: „Geht nicht ohne Ausbildungsvertrag in die Sommerferien. Nutzt die Möglichkeiten für Praktika oder Ferienarbeit. Meldet euch bei der Berufsberatung, wenn ihr Unterstützung braucht.“ PM

Kontakt zur Berufsberatung:
Service-Hotline: 0800 4 5555 00 oder 03435 980 400, E-Mail: oschatz.berufsberatung@arbeitsagentur.de, Internet: www.arbeitsagentur.de/oschatz (Berufsberatung vor dem Erwerbsleben), www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen