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Home Sonderthemen Steuer & Recht Nachhaltig investieren
14:53 06.03.2019
Mit ihrem Geld können Verbraucher auch Gutes tun. Sie müssen es nur nachhaltig anlegen. Doch was als nachhaltig gilt, ist je nach Anbieter unterschiedlich. Foto: dpa/Franziska Gabbert
Lohnsteuerhilfeverein Fuldatal e. V.
Dr. Minde&Reiße Steuerberatungsgesellschaft mbH
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Rendite einfahren und noch etwas für die Umwelt oder eine bessere Gesellschaft tun? Wem das wichtig ist, der kann sein Geld nachhaltig investieren. Das Problem: Was genau nachhaltig ist, ist nicht definiert. Wie findet man also entsprechende Angebote oder Geldinstitute? Wichtige Fragen und Antworten:

Was sind nachhaltige Geldanlagen?

„Nachhaltige Geldanlagen ergänzen die klassischen Kriterien der Rentabilität, Liquidität und Sicherheit um ökologische, soziale und ethische Bewertungspunkte, wie Aspekte guter Unternehmensführung“, erklärt Claudia Tober vom Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) gegenüber der Deutschen Presseagentur dpa. Waffenhändler, Ölkonzerne, Unternehmen, die Kinder für sich arbeiten lassen, werden bei diesen Geldanlagen ausgeschlossen. Das Problem dabei sind aber die Bewertungskriterien. „Eine einheitliche Definition gibt es nicht, da Begriffe wie ‚nachhaltige’, ‚ökologische’, ‚soziale’ oder ‚klimafreundliche’ Geldanlage gesetzlich nicht geschützt sind“, erklärt Anke Behn von der Verbraucherzentrale Bremen.

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Wie genau wird nachhaltig investiert?

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen. Neben dem Ausschluss ganzer Bereiche wie der Kernenergie, Öl oder Rüstung können bestimmte positive Kriterien angesetzt werden. „In einem solchen Fall wird bewusst in Unternehmen investiert, die zum Beispiel im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind oder sich durch soziales Engagement auszeichnen“, führt Behn aus.

Beim Best-in-Class-Ansatz werden Unternehmen einer Branche ausgewählt, die im Branchenvergleich besonders umweltfreundlich oder sozialverträglich sind. Da hierbei grundsätzlich keine Branche ausgeschlossen wird, kann es auch Investitionen in Wirtschaftszweige wie die Atom-, Waffen- oder Ölindustrie geben.

Wie kann ich die Investitionen überprüfen?

Sicherheit findet der Anleger in den Unterlagen der Anbieter. Darin sollte stehen, in welche Branchen oder Projekte die Gelder fließen. Je konkreter das erklärt wird, desto besser. Das FNG vergibt ein Güte-Siegel. Vergeben wird es nur an Fonds, die bestimmte Mindestkriterien erfüllen.

Gibt es auch nachhaltige Geldinstitute?

Ja, durchaus, erklärt Karin Baur von der Stiftung Warentest. Nachhaltige Banken arbeiten häufig nach Ausschlusskriterien und investieren nicht in Waffen und Rüstung, Kinderarbeit, Arbeitsrechtsverletzungen oder Atomkraft. Stattdessen werden Kredite in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Pflege sowie erneuerbare Energien bevorzugt.

Welche Unterschiede gibt es bei den Produkten?

Die Produktpalette unterscheidet sich kaum von der konventioneller Geldhäuser. „Im Grunde genommen findet man alles, was man bei anderen Banken auch findet, vom Tagesgeld, übers Sparbuch bis zum Girokonto“, erläutert Baur. Neben klassischen Bankeinlagen bieten die Institute auch Versicherungen.

Ethisch-ökologische Investmentfonds sind ebenfalls zu haben. Inzwischen gibt es auch nachhaltige börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Allerdings ist das Produktangebot bei manchen Banken mit Nachhaltigkeitsstandards laut Verbraucherzentrale Bremen begrenzt.


Ein Umzug kann ins Geld gehen. Aber: Unter bestimmten Voraussetzungen mindern die Kosten die Steuerlast. Das Finanzamt kann unter Umständen an den Kosten für einen Umzug beteiligt werden. „Wenn der einzige Grund des Umzugs die Krankheit des Steuerpflichtigen oder eines in der Wohnung lebenden nahen Angehörigen ist, dann können Umzugskosten zu außergewöhnlichen Belastungen führen“, erklärt Erich Nöll vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) der Deutschen Presseagentur.

Die Bandbreite der denkbaren Fälle ist groß: So kann beispielsweise ein krankheitsbedingter Umzug ins Pflegeheim oder aber ein Umzug ins Erdgeschoss wegen einer Gehbehinderung gegeben sein. Geltend gemacht werden können dann unter anderem die Kosten für die Beförderung des Umzugsgutes, die angemessenen Fahrtkosten zu Besichtigungsterminen sowie die Umzugskostenpauschalen. Voraussetzung ist, dass die Kosten nicht von einer Versicherung erstattet wurden.

Wichtig: „Da der Umzug wegen der Krankheit zwingend erforderlich sein muss, sollte man sich zudem vor dem Umzug ein amtsärztliches Attest ausstellen lassen“, erklärt Nöll. Eine steuerliche Auswirkung von Krankheitskosten ergibt sich jedoch erst, wenn die zumutbare Belastung überschritten wird. In die Betrachtung fallen aber alle Krankheitskosten und weitere allgemeine außergewöhnliche Belastungen.

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