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Themenwelten
16:17 12.11.2021
Der Landschaftspark ist ein Juwel, das viele Gäste anzieht. Foto: Bert Endruszeit

Ein grünes Kleinod – Machern kann sich buchstäblich sehen lassen. Die Gemeinde mit ihren aktuell rund 6800 Einwohnerinnen und Einwohnern zieht schon seit Jahrzehnten Siedler und Erholungssuchende an. Wir sprachen mit Bürgermeister Karsten Frosch (CDU) über Gegenwart und Zukunft des Ortes.
    

Tagespflege Ingrid von Domaros

Frage: Wie würden Sie Machern einem Amtskollegen von auswärts beschreiben?

Karsten Frosch: Machern ist eine naturbewusste Gemeinde im Speckgürtel von Leipzig mit großem Entwicklungspotenzial. In der Vergangenheit wurde schon viel geschaffen, wir haben hier den Sportpark, den Landschaftspark und die Lübschützer Teiche.

Gerade wurde ein neues Wohngebiet auf den Weg gebracht, wie geht es da weiter?

Im Plangebiet Machern Nord II könnten bis zu 200 Einfamilienhäuser entstehen, der Bauträger steht bereit und kann das Gebiet entwickeln. Der Bedarf ist da, es gibt viele Anfragen dazu im Rathaus. Wir sind froh, dass wir jetzt die Weichen dafür gestellt haben. Das waren alles keine einfachen Verhandlungen, wir hatten es hier mit vielen Grundstückseigentümern zu tun. Wir bauen aber nicht auf Krampf, wir wollen grün bleiben. Doch wenn wir dieses Vorhaben nicht verwirklichen würden, dann hätten wir an anderen Bereichen von Machern keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten.

Bürgermeister Karsten Frosch Foto: privat
Bürgermeister Karsten Frosch Foto: privat

Zu einem attraktiven Wohnstandort gehören auch Einkaufsmöglichkeiten, da gibt es immer wieder Kritik. Zeichnen sich hier Lösungen ab?

Derzeit haben wir nur zwei Discounter, das ist nicht viel. Schon meine Vorgänger haben sich für Veränderungen stark gemacht, im ländlichen Raum ist das jedoch schwierig. Glücklicherweise erleben wir jetzt bei den Discountern ein Umdenken. Wir haben derzeit mehrere Anfragen auf dem Tisch, bei diesem Thema wird sich also definitiv etwas tun.

Der Landschaftspark ist ein beliebtes Ausflugsziel, aber auch teuer im Unterhalt. Wie sieht dort die Zukunft aus?

Jeder Sturm ist eine Herausforderung für uns, der letzte richtete Schäden in Höhe von rund 20 000 Euro an. Leider haben wir in diesem Jahr keine größeren Fördermittel bewilligt bekommen. Der Park benötigt viel Zuwendung von uns, denn er zeichnet den Ort aus. Ohne Fördermittel können jedoch nur ausgewählte Maßnahmen bewältigt werden. Schwierig wäre beispielsweise die Sanierung der Pyramide, die einer dringenden Sanierung bedarf.

Wie geht es mit dem Erholungsgebiet Lübschützer Teiche weiter?

Zu diesem Thema gab es in den vergangenen zweieinhalb Jahren unendlich viele Termine. In wenigen Tagen startet nun eine spezielle Arbeitsgruppe mit ihrer Arbeit, dabei ist auch der Tourismusverein mit im Boot. Leider ist hier seit der Wende nicht viel passiert, dabei ist das Gebiet gerade seit Corona immer beliebter geworden. Wir wollen das Flair erhalten, aber alles auf ein besseres Niveau bringen. Unter anderem geht es hier um die elektrischen Einrichtungen und die Sanitäranlagen.
   

Das Areal an den Lübschützer Teichen ist seit Jahrzehnten ein beliebter Erholungsort. Foto: Frank Schmidt
Das Areal an den Lübschützer Teichen ist seit Jahrzehnten ein beliebter Erholungsort. Foto: Frank Schmidt

Stichwort besseres Niveau: Breitband-Internet für alle ist keine Vision mehr?

Mit Envia TEL haben wir einen Anbieter, der auch die bisher abgehängten Ortsteile versorgen wird. Wir hoffen, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mitmachen, denn ein BreitbandAnschluss bedeutet auch eine Wertsteigerung fürs eigene Grundstück. Und ohne leistungsfähige Internetverbindung geht ja heute fast nichts mehr. Das haben wir im Rathaus gemerkt, als 12 von 22 Leuten im Homeoffice waren. Das hat dann unsere Datenleitung an ihre Grenzen gebracht.

Auf den Sportpark Tresenwald kann Machern stolz sein, doch auch hier gibt es Handlungsbedarf. Wie sieht die Situation aus?

Der Bau entstand Anfang der Neunzigerjahre, jetzt muss vieles erneuert werden. Da geht es unter anderem um die Erneuerung von Leitungen und um die Sanitäranlagen. In den Brandschutz haben wir schon investiert. Auch hier wird es nicht ohne Fördermittel gehen. Doch es lohnt sich – der SV Tresenwald hat rund 800 Mitglieder, der Verein erlebt einen großen Zuspruch. Der Sportpark ist zu einem Markenzeichen für Machern geworden. Besonders froh bin ich darüber, dass wir in der dortigen Gaststätte jetzt ein neues Team haben. Frau Menzel zeigt ein unglaubliches Engagement, sie macht es mit viel Leidenschaft. Die Gaststätte machte uns längere Zeit Sorgen, jetzt wurde sie mitten in der Pandemie neu gestaltet. Das ist beeindruckend. Im Frühjahr soll dort eine Außenterrasse entstehen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Interview: Bert Endruszeit


Das Heimatbuch gibt es jetzt als E-Book

Regionalverein Machern stellt Werk zur Heimatgeschichte kostenlos zur Verfügung

Der Regionalverein Machern bietet das Heimatbuch „Machern im Zeitgeschehen“ jetzt als E-Book an. Seit 2015 wurde das Werk in vier Auflagen 750 Mal gedruckt. Nur noch wenige Exemplare können unter anderem in der Schlossapotheke Machern erworben werden. Deshalb freut sich der Regionalverein, dass er nun eine neue Möglichkeit gefunden hat, Macherner Ortshistorie zugänglich zu machen.

„Dank der freundlichen Unterstützung der Leipziger Firma le-tex publishing services GmbH liegt das Heimatbuch nun auch als E-Book vor“, teilt Manfred Lukaseder vom Vereinsvorstand mit. „Es kann sowohl auf den unterschiedlichsten E-Book-Readern, als auch auf PC, Smartphone oder Tablet mit geeigneten Programmen und Apps gelesen werden.“ Eine Installationsanleitung stellt der Regionalverein auf seiner Website zur Verfügung.

Willi Schmidt, ein waschechter Macherner, erzählt in dem Buch die Geschichte seines Heimatortes von den Anfängen bis ins Jahr 1990. Aufmerksam, kritisch, aber immer liebevoll schildert er die Geschehnisse, bei denen Ernstes, Informatives und Kurioses einander abwechseln. Legendär zum Beispiel die Schilderungen zur Löwenjagd. Bruno Weigel, einer der Hauptakteure der spektakulären Jagd auf acht ausgebrochene Raubkatzen im Jahre 1913 in Leipzig, liegt auf dem Macherner Friedhof begraben. Der Verein habe sich entschlossen, das E-Book „Machern im Zeitgeschehen“ allen Interessenten kostenlos zur Verfügung zu stellen. Kontakt kann über die Homepage des Vereins www.regionalverein-machern.de aufgenommen werden. Der Downloadlink wird dann per Mail übersandt. Über eine Spende für seine gemeinnützige Arbeit würde sich der Verein natürlich freuen, so Vorstand Manfred Lukaseder.