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Home Sonderthemen Beruf & Bildung Kreiskrankenhaus Torgau: Grundstein für eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Pflegeausbildung
13:26 26.09.2020
Um der geänderten demografischen Entwicklung Rechnung zu tragen und die Qualität in der Pflege weiter zu verbessern, gibt es seit Anfang des Jahres eine generalistische Pflegeausbildung. Foto: Kreiskrankenhaus Torgaua
Vitaris Pflege- u. Altenheim gGmbH

Der Pflegebedarf und die Versorgungsstrukturen ändern sich beständig und damit auch die Anforderungen an das Pflegepersonal. Daher wurde die Ausbildung in der Pflege reformiert. Christina Stößer, Schulleiterin der Medizinischen Berufsfachschule in Torgau, gibt im Interview Auskunft über die Vor- und Nachteile.

Was ist anders an der neuen Pflegeausbildung?

Es werden die drei ursprünglichen Ausbildungen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einer generalistischen Pflegeausbildung mit einheitlichem Berufsabschluss als Pflegefachfrau/Pflegefachmann zusammengeführt.

Gibt es nun keine Spezialisierung mehr, geht also Fachwissen verloren?

Die Spezialisierungen gibt es noch, aber erst im dritten Lehrjahr und nur für Alten- und Kinderpflege. Diese sind aber in der EU nicht anerkannt und laufen dem Gedanken der Generalisierung zuwider. Ich empfinde die Spezialisierungen als unsinnig und denke, dass diese nur ein politischer Kompromiss waren. In fünf Jahren sollen sie evaluiert werden und dann werden sie hoffentlich abgeschafft. Auf die Frage nach dem Fachwissen muss man sagen, wir können nicht Fachwissen aus drei Ausbildungen in einen Topf werfen, umrühren und ohne eine Minute mehr Zeit alles vermitteln, was vorher Inhalt war. Fachwissen geht verloren und soll durch das Prinzip des „exemplarischen Lernens“ ersetzt werden (Lernen am Beispiel und Übertragung auf andere Themen in der Praxis).

Welche Vorteile bringt die neue Ausbildung dann?

Die Auszubildenden erleben mehr Pflegesettings, bleiben ein Arbeitsleben lang flexibel in der Wahl ihres Einsatzbereiches und dadurch steigen die Möglichkeiten der Weiterqualifikation. Der Abschluss ist EU-weit anerkannt und zumindest in der Ausbildungszeit sind die Gehälter halbwegs vergleichbar und angemessen.

Wo sehen Sie Defizite?

In Sachsen sind die Aufsichtsbehörden noch nicht wirklich weit vorangeschritten, was die Ausgestaltung zum Beispiel des Curriculums beziehungsweise der Prüfungsmodalitäten angeht. Dies erschwert es den Schulen, die neuen Inhalte optimal vorzubereiten.

Wie unterscheiden sich die neuen Azubis von den bisherigen und müssen sie anders unterrichtet werden?

Die Auszubildenden unterscheiden sich nicht, wie sie unterrichtet werden aber schon. Es geht nicht primär um Wissensvermittlung, sondern um Kompetenzerwerb. Schüler sollen an Situationen lernen, welche im Verlauf der Ausbildung komplexer werden und zum oben erwähnten Kompetenzerwerb in den Bereichen Fach-, Sozial, Methoden- und Lernkompetenz liegen. Dies bedeutet eine deutliche Verlagerung der Wissensvermittlung in die Praxis, was durch mehr Praxisanleitung gelingen soll. Organisatorisch ist das für alle Beteiligten eine echte Herausforderung. Wir glauben aber auch, dass nach Beendigung der Ausbildung eine intensivere Einarbeitung der Kollegen an ihren jeweiligen Einsatzorten erfolgen muss.

Wie haben Sie sich als Berufsschule vorbereitet?

Wir als medizinische Berufsfachschule haben versucht, an mehreren pädagogischen Tagen und mit viel Fleißarbeit der Kollegen die geforderten Inhalte zu strukturieren und die entsprechenden Situationen zu erschaffen. Wir hatten auch im vorherigen Lehrjahr ein Modellprojekt für den ersten Einsatz laufen, mit dem wir sehr zufrieden waren.

Neues Magazin für Azubis


Was will ich überhaupt werden? Welche Möglichkeiten habe ich, meine Talente richtig einzusetzen? Wo kann ich in meinem Traumberuf arbeiten? Und wer bietet in meiner Region passende Ausbildungsplätze an?

Auf alle diese wichtigen Fragen antwortet das neue Magazin „Azubis gesucht“. Mit hilfreichen Tipps zur Ausbildungsplatzsuche und Bewerbung, mit zahlreichen detaillierten Berufsbildern und konkreten Job-Angeboten aus der Umgebung ist das Magazin ein perfekter Ratgeber für zukünftige Azubis aus Oschatz und Umgebung.

„Azubis gesucht“ erscheint am 2. November 2020 und liegt in den Schulen der Region aus.

Wenn es um die Berufswahl ihrer Kinder geht, sehen sich viele Eltern immer noch als wichtigster Ansprechpartner. Fast die Hälfte (46 Prozent) gab das in einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Stiftung der Deutschen Wirtschaft für das Förderprogramm Studienkompass an.

14 Prozent der befragten Eltern mit Kindern zwischen 13 und 19 Jahren nannten hingegen Familie und Freunde als Ansprechpartner Nummer eins, 11 Prozent gaben die Schule an, 10 Prozent staatliche Organisationen wie die Bundesagentur für Arbeit an. Dahinter rangieren Wirtschaftsvertreter (6 Prozent) und unabhängige Bildungsorganisationen (5 Prozent).

Einfluss der Eltern sinkt

Nach Einschätzung von Prof. Bärbel Kracke ist der Einfluss der Eltern gesunken. Was Jugendliche beruflich anstreben, werde heute mit den vielfältigen Möglichkeiten nicht mehr so stark wie früher durch die Eltern beeinflusst, schreibt die Lehrstuhlinhaberin für Pädagogische Psychologie der Uni Jena in einer Broschüre des Studienkompass. Dennoch eröffnen Eltern und andere für Jugendliche wichtige Verwandte oder Freunde durch ihre Tätigkeiten einen Orientierungsrahmen, in dem sich Jugendliche zunächst einmal umschauen.

Die Broschüre zum Download: www.studienkompass.de/assets/downloads/SK_Publikation_Zukunftskompetenzen_Web.pdf
    

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