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Home Sonderthemen Bauen & Wohnen Keine Sicherheitslücken lassen
10:35 05.11.2018
Aufhebeln mit der Brechstange: Viele Fenster lassen sich mit einfachen Werkzeugen öffnen. Fotos (2): dpa
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Der beliebteste Einstiegsweg ins Haus für Einbrecher sind die Fenster. „Mehr als 80 Prozent der Täter hebeln Fenster oder Terrassentüren auf“, sagt Helmut Rieche, Vorsitzender der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“.

Das passiert in Minutenschnelle und fällt in der Nachbarschaft kaum auf. „Der größte Teil der Diebe sind Gelegenheitsverbrecher. Sie erkennen eine Möglichkeit, schnell einzusteigen und verschwinden dann auch rasch wieder“, erklärt Rieche gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Das heißt: Oftmals stehen die Fenster offen, sind gekippt und haben dazu noch Aufstiegshilfen wie Mülltonnen oder Leitern direkt davor stehen. Die perfekte Einladung Daher lautet der wichtigste Rat zur besseren Sicherung von Wohnraum gegen Einbrecher von Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention in Stuttgart, auch: „Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren, auch wenn Sie nur kurz weggehen. Aber schließen Sie tagsüber nicht die Rollläden, denn das signalisiert den Dieben geradezu, dass niemand im Haus ist.“

Ebenso wichtig wie diese Verhaltensregeln ist die technische Sicherung. „Die üblichen Fensterkonstruktionen bieten keinen Schutz“, stellt Kriminaloberrat Harald Schmidt klar. „Sie lassen sich mit einfachen Werkzeugen öffnen.“ Daher kommen im Neubau heute oftmals schon direkt einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren zum Einsatz. Sie lassen sich aber auch nachrüsten.

Einbruchhemmende Fenster werden in sieben Widerstandsklassen von RC 1 N bis RC 6 eingeteilt, wobei letztere die höchste ist. Uneingeschränkt für den Privatgebrauch empfehlenswert sind aus Sicht der Initiative K-Einbruch von Polizei und Wirtschaft Fenster ab Klasse RC 2. Gleichwertig sind Fenster, die nach der bis September 2011 gültigen Vornorm geprüft wurden, der DIN V ENV 1627. Kriminaloberrat Schmidt erklärt, dass als einbruchhemmend verkaufte Fenster einer praxisgerechten Einbruchprüfung unterzogen werden. So soll sichergestellt werden, dass es in der Gesamtkonstruktion von Rahmen, Beschlag und Verglasung keine Schwachpunkte gibt.

Bei Fenstergriffen sollen sich Verbraucher an den Widerstandsklassen für einbruchhemmende Fenster orientieren.
Bei Fenstergriffen sollen sich Verbraucher an den Widerstandsklassen für einbruchhemmende Fenster orientieren.

Eine Nachrüstung von einbruchhemmender Technik ist auch bei älteren Fenstern möglich, so die Initiative K-Einbruch. So lässt sich zum Beispiel der übliche Einhand-Drehkippbeschlag zum Öffnen der Fenster häufig um Sicherheitselemente erweitern oder gegen ein einbruchhemmendes Modell austauschen. Auch zusätzliche Verriegelungen können dafür sorgen, dass das Fenster länger Einbruchsversuchen standhält. Dabei muss die Bandseite ebenso wie die Griffseite gesichert werden, erklärt Rieche.

Der Hausbesitzer muss seinen Alltag auch nicht unbedingt verändern, um Einbrechern Chancen zu rauben: Will man Fenster weiterhin häufig gekippt offen lassen, können Gitter nachgerüstet werden – am besten auch mit mindestens Widerstandsklasse RC 2. Für Kellerfenster sind feststehende Gitter, abschließbare Fenstergitter oder eine vorgelegte Riegelstange gute Lösungen.

Das Nachrüsten kostet zwar Geld und mancher kann es sich nur schrittweise leisten. Rieche rät allerdings, alle Fenster und Fenstertüren im Haus gleichermaßen gut abzusichern. „Einbrecher haben ein gutes Auge dafür, wenn irgendwo eine Sicherheitslücke klafft.“

Auch Rollläden absichern

Rollläden halten ebenfalls Einbrecher ab – aber nicht per se. So kosten einfache Modelle aus Kunststoff Einbrechern zwar Zeit, sie können aber aufgeschnitten oder anderweitig zerstört werden. Daher gibt es auch hier einbruchhemmende Modelle aus Aluminium, Holz oder Stahl in Führungsschienen. Im Idealfall können diese Rollläden nicht von außen hochgeschoben werden.

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