Menü
Anmelden
Wetter heiter
5°/0°heiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig

Themenwelten
01:05 15.01.2022
OP-Brille mit großer Wirkung. Mandy Büttner und Almut Trapp erklären einem Patienten, wie die Happymedbrille anzuwenden ist. Foto: PM

Für viele Menschen ist der Gedanke an eine Operation und eine damit verbundene Vollnarkose beängstigend. „Dabei ist für viele Operationen heute gar keine Vollnarkose mehr nötig. Gerade bei OPs an Armen, Beinen, Füßen oder der Hüfte kommen heute Regionalanästhesien zum Einsatz“, erklärt Almut Trapp, Leitende Oberärztin der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin der Helios Klinik Leisnig. Regionalanästhesie bedeute in dem Fall, dass nur der zu operierende Teil mit Hilfe spezieller Betäubung quasi „schlafen“ gelegt und schmerzfrei wird, der Patient bleibt während des Eingriffs wach und ansprechbar. „Um diesen Patienten trotzdem eine Möglichkeit zur Ablenkung und zur Beruhigung zu geben, haben wir in der Klinik nun, außer Musik über Kopfhörer, die Happymed-Brillen eingeführt“, so Almut Trapp weiter. Dabei handelt es sich um eine Videobrille inklusive Kopfhörern, welche die Patient:innen vor, während und nach der Operation tragen können.

Die Betroffenen können sich so auf den Film und die Musik, den Ton konzentrieren und bekommen von der eigentlichen Operation weniger mit. Die Patient:innen haben die Möglichkeit aus einem breiten Spektrum an Filmangeboten, die in der Brille gespeichert sind, zu wählen. Soll es eine Naturdokumentation sein, oder doch lieber ein klassisches Konzert, eine Ballettaufführung oder am Ende ein schöner Hollywood-Kinofilm? „Unserer Erfahrung nach wünschen sich die Meisten beruhigende Natur- oder Reisefilme“, erklärt Mandy Büttner, Leitende Anästhesieschwester in Leisnig mit einem Schmunzeln. Die Happymed-Brillen haben aber nicht nur den direkten Effekt, dass die Patient:innen abgelenkt sind und für sie die Zeit schneller vergeht. Nachweislich wird mit den Brillen während der OP das Stresslevel bei den Patienten gesenkt. „Wir benötigen so kaum Beruhigungsmedikamente, was am Ende auch die Nebenwirkungen reduziert, so dass die Operierten anschließend schneller wieder fit sind“, zieht Almut Trapp ein positives Resümee.

2
/
3