Menü
Anmelden
Wetter wolkig
2°/-3°wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig

Home Sonderthemen Familie & Kinder „Feuerwehrmann mit Leib und Seele“
09:25 27.10.2020
Im Keller des Gerätehauses der Feuerwehr Bad Düben befindet sich das Traditionskabinett. Die Kameraden – allen voran Harald Vogel – haben akribisch alte Feuerwehrutensilien zusammengetragen. Foto: Nannette Hoffmann

Wer einmal als Kamerad bei der Feuerwehr aktiv war, bleibt es auch bis in den Ruhestand hinein. So ist es zum Beispiel bei Harald Vogel. 1962 trat er der Feuerwehr Düben bei – und ist bis heute deren Mitglied. Warum, ist für ihn schnell gesagt: „Ohne Feuerwehr geht gar nichts.“

Gemeinschaft, die verbindet

Es sei schon eine besondere Gemeinschaft, die die Kameraden verbindet. „Zum einen ist da die Aufgabe, die uns eint – nämlich Leben zu retten. Da muss man sich schon aufeinander verlassen können, das schweißt zusammen“, sagt Harald Vogel. Auf der anderen Seite ist da der Wunsch, die Tradition der Feuerwehr weiterzuleben und auch weiterzugeben. Deshalb ist man auch nach seinem aktiven Dienst der Feuerwehr noch treu. So hat Harald Vogel zum Beispiel seine Kameraden bei Arbeiten im und am Geräte haus unterstützt und steht ihnen mit seinem Wissen immer zur Seite.

Alters- und Ehrenabteilung

Immer dienstags treffen sich 25 Alterskameraden regelmäßig im Gerätehaus. 18 Jahre lang hat Harald Vogel die Alters- und Ehrenabteilung betreut. „Da habe ich zum Beispiel Fahrten für uns organisiert, wie die Besichtigung des Flughafens oder der Besuch im BMW-Werk Leipzig“, berichtet der heute 75-Jährige. Auch runde Geburtstage werden hier zusammen gefeiert. „Man trifft sich aber auch, um in vergangenen Zeiten zu schwelgen.“ Für Harald Vogel ist der Dienstag ein Dienst-Tag. „Da kommt dann auch nichts dazwischen“, betont er. Nun hat die Leitung der Abteilung ein jüngerer Kamerad übernehmen. „Wir wechseln hier altersbedingt durch.“

Historische Schätze

Tradition bedeutet für Harald Vogel aber auch das Bewahren von altem Feuerwehrgut. „Schon als junger Mann war ich begeistert von der Feuerwehr-Technik, deshalb sammelt unsere Traditionsgruppe auch speziell alte Technik und Feuerwehrutensilien sowie das Schrift- und Bildmaterial.“ In einer doch beachtlichen Sammlung im Keller des Gerätehauses lagern so einige historische Schätze: zum Beispiel die erste Motorspritze der Dübener Feuerwehr, eine Pferdespritze aus dem Jahr 1900 und ein voll funktionstüchtiges und voll ausgestattetes Löschfahrzeug aus dem Jahr 1936.

„Tradition ist das Bewahren des Feuers und nicht das Anbeten der Asche“ ist am Eingang zur Ausstellung zu lesen. Das Feuer lodert auch nach 58 Jahren bei der Feuerwehr Bad Düben in den Augen Harald Vogels – „Feuerwehrmann ist man eben mit Leib und Seele“.
    

4
/
13