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20:57 02.04.2021
Die entscheidende Aktion: Timo Werner (l.) stellte mit seinem Tor zum 2:1 den bislang einzigen RB-Sieg gegen Bayern sicher. Foto: IMAGO/Peter Schatz
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Siege gegen die Bayern sind für jede Mannschaft etwas ganz Besonderes und bekommen damit auch einen eigenen Platz in der Vereinshistorie. Da macht RB Leipzig keine Ausnahme. Schließlich muss an solchen Tagen viel zusammenpassen. Bei den bislang elf Aufeinandertreffen mit den Münchnern erlebten die „Roten Bullen“ bislang einmal einen solchen Freudentag, an dem tatsächlich alles zusammenpasste.

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Am 18. März 2018 konnten die Leipziger Kicker – damals noch unter Trainer Ralph Hasenhüttl – dieses Glücksgefühl in der ausverkauften heimischen Red Bull Arena mit mehr als 42 000 Fans teilen. Damals, vor der Länderspielpause im Frühjahr, gingen die Leipziger (natürlich) als Außenseiter in das Duell mit dem Rekordmeister. Der war zu diesem Zeitpunkt in der Bundesliga seit vier Monaten ungeschlagen und kam zum Abschluss des 27. Spieltags als überlegener Spitzenreiter in die Messestadt. Die „Bullen“ belegten damals nur den sechsten Platz, zwischen den beiden Teams lagen bereits 23 Zähler.

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Keita und Werner drehen Rückstand

Der Auftakt in das Spiel war auch nicht gerade erfolgversprechend. Schon in der zehnten Minute musste Marcel Sabitzer verletzt raus, zwei Minuten später sorgte Sandro Wagner mit seinem Kopfballtreffer für die frühe Bayern-Führung. Doch die spielfreudigen und mutig auftretenden Leipziger ließen sich von diesen beiden Rückschlägen nicht unterkriegen – im Gegenteil. Sie drehten gegen die nachlässiger werdenden Bayern immer mehr auf, erarbeiteten sich jede Menge Chancen und belohnten sich am Ende für ihren Mut und ihre Leidenschaft. Der überragende Naby Keita sorgte in der 37. Minute nach Vorarbeit von Timo Werner mit links für den völlig verdienten Ausgleich. Werner selbst besiegelte in der 56. Minute nach Vorarbeit von Keita den 2:1-Sieg und beendete damit ausgerechnet gegen die großen Bayern seine 543 Minuten andauernde Tor-Flaute. In den verbleibenden 34 Minuten stemmten sich die RB-Kicker den auf den Ausgleich drängenden Münchnern entgegen – mit Erfolg. Was folgte, war ungeheurer Jubel bei den Leipziger Fans.

Sechs Sieger könnten auch heute in der Startelf stehen

Aus der damaligen Startelf tragen noch sieben Spieler auch heute noch das RB-Trikot, mindestens sechs von ihnen könnten auch diesmal zum Einsatz kommen. Bei den Bayern sind gerade mal noch vier Spieler aus der damaligen Startelf dabei. Mehr als die Hälfte des RB-Teams weiß also, wie man den ­FC ­Bayern bezwingen kann. Drei Jahre und sechs Pflichtspiele (vier Unentschieden und zwei Niederlagen) nach dem bislang einzigen Sieg gegen den FCB ist es mal wieder an der Zeit, dieses Wissen zu ­reaktivieren. Andreas Neustadt

Infos zum Spiel

RB Leipzig: Gulacsi – Konaté, Ilsanker, Upamecano – Laimer, Kampl, Demme, ­Bruma, Keita (68. Forsberg) – ­Sabitzer (10. Werner, ­ 83. Augustin), Poulsen

FC Bayern: Ulreich – Kimmich (78. Rafinha), Süle, Hummels, Alaba – Rudy, James (72. Lewandowski), Vidal, Müller, Bernat (61. Ribéry) – Wagner

Tore: 0:1 Wagner (12.), 1:1 Keita (37.), 2:1 Werner (56.)

Schiedsrichter: Fritz (Korb)

Zuschauer: 42.558 (ausverkauft)

Stich ins Herz als Fußballer und Fan

RB-Stadionsprecher Tim Thoelke über Leipziger Führungstreffer und geliebte Rituale

Die Bayern im Blick hat auch Leipzigs Stadionsprecher Tim Thoelke. Foto: IMAGO/motivio
Die Bayern im Blick hat auch Leipzigs Stadionsprecher Tim Thoelke. Foto: IMAGO/motivio

1. Wie fühlt es sich für Sie als Stadionsprecher an, dass auch im Spitzenspiel keine Zuschauer zugelassen sind?

Ja, das ist tatsächlich ein kleiner Stich in mein ­Fußball- und Fan-Herz. Das Spiel ist ja nicht nur für unsere Region, sondern für ganz Deutschland hochinteressant. In einer Pandemie-freien Zeit hätten unsere Fans sicherlich eine riesige Euphorie in die Red Bull Arena gebracht und unsere Mannschaft damit zusätzlich gepusht. Wie sich das angehört hätte, wenn ich den hoffentlich stattfindenden Leipziger Führungstreffer ansage, mag ich mir gar nicht vorstellen.

2. Kurz war im Gespräch, dass es doch Zuschauer geben könnte. Wäre das ein leichter Trost gewesen?

Für mich schon, denn auch die Spiele mit 8000 oder sogar nur 999 Zuschauern haben mir zehnmal mehr Spaß gemacht als jedes Geisterspiel. Auf der anderen Seite habe ich hundertprozentiges Verständnis dafür, dass keine Fans ins Stadion dürfen, wenn die Infektionslage dies nicht zulässt.

3. Werden Sie überhaupt zu halten sein, wenn wieder Zuschauer ­erlaubt sind – legen Sie eine ­besondere Show auf den Rasen?

Das Besondere wäre dann ja vor allem, dass die ­ Fans wieder ins Stadion kommen dürfen. Ich freue mich ­tatsächlich nicht auf etwas ­Besonderes, sondern auf die Sachen, die vor Corona ganz normal waren: das Singen der Fanhymne, die Mannschaftsaufstellung, die Toransagen, unsere geliebten Rituale eben.

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