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Themenwelten
14:34 12.11.2021
Minutenlange Probleme mit dem Sehen oder mit der Koordination können Symptome einer kurzen Durchblutungsstörung im Hirn sein. Foto: Christin Klose/dpa-mag

Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen, Seh- und Sprachstörungen: Solcherlei vorübergehende neurologische Ausfälle sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen. Sie können von kurzen Durchblutungsstörungen im Hirn ausgelöst werden und Vorboten eines Schlaganfalls sein.

In der medizinischen Fachsprache werden die kurzen neurologischen Ausfälle, die oft nur Minuten, manchmal aber auch Stunden andauern, als transitorisch-ischämische Attacke (TIA) bezeichnet.

Die Gefahr: Ungefähr jeder und jede Fünfte könne nach einer TIA innerhalb der nächsten vier Wochen einen manifesten Schlaganfall bekommen, warnt die Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwere, lebenslange Behinderungen könnten die Folge sein. Auch solche kurzzeitigen Ausfälle sollte man wie einen Notfall behandeln und umgehend abklären lassen - idealerweise in einer Klinik mit einer Schlaganfall-Spezialstation.

Foto:©dolgachov–www.fotosearch.de
Foto:©dolgachov–www.fotosearch.de

Wer sich nun an solche neurologischen Probleme erinnert, die schon länger zurückliegen, muss nicht gleich ins Krankenhaus gehen. Es ist aber ratsam, sich einen Termin bei seinem Arzt oder seiner Ärztin des Vertrauens zu machen und die Symptome dort zu besprechen. DPA


Höheres Risiko für Frauen

Bei Sportverletzungen wie Kreuzbandrissen sind sie anfälliger

Frauen holen sich bei Sportarten mit schnellen Richtungswechseln wie Volleyball, Fußball oder Tennis häufiger Kreuzbandrisse im Knie als Männer. Nach Angaben des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) reißt bei ihnen dabei im Vergleich zwei- bis achtmal häufiger das vordere Kreuzband.

Auf diese höheren Verletzungsrisiken müsse man Frauen hinweisen, sagt BVOU-Präsident Johannes Flechtenmacher: „Die meisten wissen das gar nicht.“ Und auch die Langzeitfolgen sind nicht zu vernachlässigen: „Nach einem Kreuzbandriss entwickeln viele Frauen eine Arthrose.“

Ein Grund für die höhere Verletzungsquote: Frauen landen beim Springen anders als Männer. Das habe mit der stärkeren X-Bein-Stellung bei Frauen zu tun, so Flechtenmacher. Das Bein bewegt sich mehr nach innen. Dadurch ist die Belastung höher. Deshalb sei es wichtig, darauf zu achten und eine andere Haltung zu trainieren.

Auch beim Skifahren haben Frauen ein höheres Risiko für Kniebandverletzungen, wie der Fachverband mit Verweis auf eigene Untersuchungen berichtet.

Wie lässt sich das Risiko einer Verletzung beim Abfahrtsski im Winterurlaub senken? Orthopäde Flechtenmacher schlägt vor, präventiv sogenanntes neuromuskuläres Training zu machen. Dabei werden nicht nur die Muskeln rund um das Gelenk, sondern auch die Koordination trainiert. Beispiele für solche Übungen sind Ausfallschritte oder Kniebeugen auf einem Wackelbrett.

Der Fachmann plädiert dafür, Patientinnen und Patienten mehr über geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Verletzungsrisiken im Sport aufzuklären. „Männer und Frauen haben wegen ihrer unterschiedlichen Anatomie unterschiedliche Risiken.“ DPA
   


Ansprüche von Pflegebedürftigen

Infografik hilft dabei den Durchblick behalten

Geld oder Sachleistung, Tages- oder Nachtpflege, Pflege durch Angehörige oder Betreuungsdienste: Pflegebedürftige Menschen müssen sich mit einem unübersichtlichen Angebot von Leistungen auseinandersetzen. Da ist Durchblick gefragt. Für eine gute Übersicht sorgt hier eine neue interaktive Grafik auf der Website der Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw.

Es empfehle sich, unterstützende Angebote so früh wie möglich zu nutzen, um von Anfang an eine gute Versorgung zu organisieren. „Deshalb bieten wir Orientierung und Hilfe an“, sagt Verena Querling, Pflegerechtsexpertin der Verbraucherzentrale. Nach der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst erhalten berechtigte Betroffene den sogenannten Pflegegrad in der Abstufung von 1 bis 5. Damit haben sie Anspruch auf Pflegeleistungen, die mit dem Pflegegrad variieren. Die Webgrafik veranschaulicht das leicht verständlich für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Zusätzlich empfiehlt die Verbraucherzentrale eine Pflegeberatung, die meist in der eigenen Wohnung stattfindet. Anspruch hätten nicht nur Pflegeversicherte selbst, sondern mit deren Zustimmung auch pflegende Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen. DPA


Gewohnte Umgebung gibt Menschen mit Demenz Sicherheit

Die Diagnose Demenz ist für Angehörige und Betroffene oft erstmal ein Schock. Womöglich sind dann Veränderungen im Alltag und Wohnumfeld notwendig. Allerdings nur so viel wie nötig, sagt Susette Schumann, Vizepräsidentin der Deutschen Fachgesellschaft für aktivierendtherapeutische Pflege (DGATP): „Alles im Alltag sollte darauf ausgerichtet sein, dass sich der Demenzkranke so lange wie möglich selbst darin orientieren kann.“ Da gehe es zum Beispiel darum: Kommt derjenige allein ins Bad? Meist sei es sehr wichtig, dass keine Möbel umgestellt werden: „Wenn alles so ist, wie sie es kennen, gibt ihnen das Sicherheit. Andererseits kann es bei einer vollgestopften Wohnung sein, dass Dinge im Weg und zu viele Reize vorhanden sind.“ Dann müsse man ein bisschen Raum schaffen. Hier lautet die Devise aber: so viel wie nötig. «Es ist viel wert, wenn man so lange wie möglich in der eigenen Wohnung leben kann.“ DPA


Pflegefall: Kostenfreie Beratung nutzen

Kaum jemand mag sich mit Pflegebedürftigkeit im Vorfeld beschäftigen. Tritt der Fall dann ein, sind viele erst einmal überfordert. Oft bestehen auch Hemmungen, Hilfe anzunehmen. Entlastende Angebote der Pflegeversicherung werden dann nicht wahrgenommen. Um hier gegenzusteuern, gibt es für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ein Recht auf Pflegeberatung. Grundsätzlich hat darauf jeder Versicherte Anspruch, der einen Pflegegrad oder einen Antrag gestellt hat. „Das Beratungsangebot ist niedrigschwellig, man muss seinen Anspruch nicht nachweisen“, erläutert Beatrix Müller-Schaube von der compass pflegeberatung. Diese bietet kostenfrei unabhängige telefonische Beratung unter der Rufnummer 0800- 1018800 sowie Infos unter www.pflegeberatung.de. DJD

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