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Home Sonderthemen Leipzig & Region Der erste Eindruck ist entscheidend
10:58 06.02.2020
WER IM PRAKTIKUM offen auf die Kollegen zugeht und die Abläufe genau beobachtet, kann sich schnell als Teammitglied integrieren. Foto: Fabrice Michaudeau/PantherMedia/dpa
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Egal ob Schüler oder Student: Praktika gehören zur Ausbildung dazu. Wer gewisse Regeln beachtet, kann die Zeit als Chance für den Berufseinstieg nutzen. „Im besten Fall fängt ein Praktikum schon vor dem Praktikum an“, sagt Susanne Braun vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Wer ein Praktikum macht, sollte sich über seine Erwartungen im Klaren sein. „Diese sollten sich im Praktikumsvertrag widerfinden.“

Selbstbewusstes Auftreten
Welche Aufgaben erwarten mich? Was, wenn mich niemand beachtet? Nervosität ist am ersten Tag natürlich. Praktikanten sollten sich auf ihre Atmung fokussieren, rät Rhetorik-Trainerin Beatrix Schwarzbach: Nicht zu tief einatmen und durch Ausatmen Spannung loslassen.

Daneben ist selbstbewusstes Auftreten entscheidend. Schwarzbach findet, die Körpersprache sollte Wachheit, Offenheit und Interesse vermitteln. Das gelingt zum Beispiel mit einem festen Händedruck. Außerdem sollte man sich mit ganzem Namen vorstellen und beim ersten Rundgang durch die Firma Fragen stellen, um Informationen zu sammeln.

Nicht übernehmen
Sind die ersten Tage erst einmal überstanden, ist man als Praktikant motiviert, Aufgaben zu übernehmen und möglichst viel zu lernen. Dabei ist Imagetrainerin Isabel Schürmann zufolge wichtig, zu entscheiden, wie viel man realistisch abarbeiten und verantworten kann.

Niemand muss gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn er mit leichten Übungen anfangen muss. „Einfache, eher niederschwellige Aufgaben können Bestandteil der Praktikumsarbeiten sein“, so die Expertin. Dagegen sei nichts einzuwenden, denn auch Routinetätigkeiten gehören zum Arbeitsalltag. Sicher ist: Je größer die Lernbereitschaft, Eigeninitiative und Neugierde, desto spannender und lehrreicher werden die übertragenen Aufgaben sein.

Es gibt auch rechtliche Leitlinien, in welchem Rahmen sich die Aufgaben innerhalb eines Praktikums bewegen sollten. DGB-Referentin Susanne Braun: „Ein Praktikum ist gesetzlich als Lernverhältnis definiert und darf keinen regulären Arbeitsplatz ersetzen.“ Es sei somit kein spezielles Hintergrundwissen erforderlich.

Unterstützung anbieten
Dennoch müssen Praktikanten nicht untätig herumsitzen. Schürmann empfiehlt, das Miteinander im Team zu beobachten. Wer keine konkreten Arbeitsanweisungen bekommt und nicht eingebunden wird, sollte aktiv auf Teammitglieder zugehen. Stellt sich heraus, dass die übertragenen Aufgaben immer gleiche Routinearbeiten sind und nicht den zugesagten Inhalten entsprechen, sollten Praktikanten das Gespräch suchen. Denn: Manche Praktika fangen vielversprechend an, erweisen sich jedoch als Enttäuschung.


MEISTER, TECHNIKER ODER FACHWIRT? Auf der Suche nach der passenden Aufstiegsweiterbildung ist Beratung gefragt. Foto: Andrea Warnecke/dpa
MEISTER, TECHNIKER ODER FACHWIRT? Auf der Suche nach der passenden Aufstiegsweiterbildung ist Beratung gefragt. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Nach einer Berufsausbildung muss nicht Schluss sein: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzuqualifizieren – und neue Titel zu erwerben. Doch wie findet man den für sich persönlich passenden Weg? Als Anlaufstellen eignen sich zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer (HWK) sowie ein Branchenoder Berufsverband. Ein Überblick:

Meister
Die Fortbildungen zum Meister sind in Deutschland einheitlich geregelt. Der Abschluss ist laut Deutschem Qualifikationsrahmen dem Bachelor gleichgestellt. Jede Branche hat jedoch ihren eigenen Industriemeister – zum Beispiel in der Chemie oder der Elektrotechnik. Fachmeister dagegen spezialisieren sich auf genau ein Fachgebiet: Es gibt etwa die Weiterbildung zum Restaurantfachmeister in der Gastronomie. Außerdem hat jedes Handwerk seinen eigenen Meister, sei es bei den Bäckern oder Fleischern.

Techniker
Die Weiterbildungen zum Techniker sind auf Länderebene geregelt, die Lehrgänge werden an kostenlosen Fachschulen angeboten. Abhängig davon, an welcher Einrichtung man den Abschluss macht, wird man „staatlich geprüfter“ oder „geprüfter“ Fachwirt. Der Techniker entspricht einem Bachelorabschluss.

Fachwirt
Diese Aufstiegsfortbildungen sind staatlich anerkannt, bundesweit gleich geregelt und dem Bachelor gleichwertig. Ein Fachwirt folgt in der Regel im Anschluss an eine kaufmännische Ausbildung. Weiterbildungen gibt es mit Spezialisierung auf ein Fachgebiet – wie der Marketingfachwirt. Andere sind auf eine Branche ausgerichtet, zum Beispiel der Buchhandelsfachwirt.

Betriebswirt
Wer eine Weiterbildung zum Betriebswirt absolviert, erreicht einen Abschluss, der dem Master gleichgestellt ist. Die Abschlüsse sind zum Teil landesrechtlich geregelt, zum Teil bundesrechtlich. Die Fortbildungen stehen Personen mit kaufmännischen Berufen offen. Auch Handwerksmeister können sich angesprochen fühlen.
    

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