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Themenwelten
06:43 19.07.2021
Ein beliebtes Ausflugsziel: Eindrucksvoll präsentiert sich die Burg Gnandstein. Foto: Ralf Miehle

Das Kohrener Land, unmittelbar vor den Toren Altenburgs in sprichwörtlich greifbarer Nähe gelegen, gilt seit Langem als ein beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner des Landkreises. Es empfiehlt sich zu jeder Jahreszeit für einen Kurzbesuch, einen Spaziergang – oder aber auch für ein längeres Verweilen.

Sommerrätsel

„Borna und das Kohrener Land – ein interessantes Reiseziel im Freistaat Sachsen“, unter diesem Motto wirbt der Tourismusverein „Borna und Kohrener Land“ e. V. seit 1991 für Gäste aus nah und fern. Mit seinem Internetauftritt lädt der Verein dazu ein, das Gebiet zu erkunden und will neugierig machen auf eine traditionelle Ausflugsregion in hiesigen Gefilden, die seit über 100 Jahren von Unternehmungslustigen geschätzt wird. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts pilgerten Leipziger und Chemnitzer zur Sommerfrische ins Kohrener Land. Anknüpfend an diese Tradition sind viele Angebote entstanden, die nicht nur für Tagesgäste interessant sind. Laut Vereinsangaben laden rund 1000 Gästebetten in Hotels, Gasthöfen, Gaststätten mit Übernachtung, Pensionen, Reiterhöfen und Privatquartieren ein.

Tourismusinformation Altenburger Land

Burg Gnandstein

Nahe der „Töpferstadt“ Kohren-Salis erhebt sich Sachsens am besten erhaltene romanische Wehranlage: die Burg Gnandstein. Vom 14. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges lebte hier die Familie von Einsiedel – ohne den Burgschlüssel in all diesen Jahrhunderten je aus der Hand gegeben zu haben. Bergfried, Zwinger, Zinnen, Schildmauer, Palas: Die Festung hoch über der Wyhra ist ein steingewordener Traum für Mittelalterfreunde. Wer hier verweilt, taucht in eine über 800-jährige Geschichte ein und erlebt die Faszination einer mittelalterlichen Burgenwelt.

Beim Aufstieg in den Bergfried oder in der spätgotischen Kapelle können Gäste den Geist uralter Zeiten noch wahrhaft spüren. Eine alte Sage verstärkt die Mittelalter-Aura: bis heute soll ein bisher unentdeckter Schatz auf dem Burggelände verborgen sein. Bereits gefundene Kostbarkeiten aus sieben Jahrhunderten können in der Ausstellung auf Burg Gnandstein bestaunt werden.

Verschiedenste Themenführungen laden zu Erkundungstouren durch die Räumlichkeiten ein. Die stimmungsvolle Kapelle sowie der rustikale mittelalterliche Palassaal stehen für Eheschließungen und Vermietungen zur Verfügung. Unter dem Motto „Klassenzimmer Ritterburg“ gibt es ein umfangreiches museumspädagogisches Angebot für Kinder auf der Burg Gnandstein. Dieses reicht von einer kindgerechten Burgführung für kleine Ritter und Prinzessinnen bis hin zu der beliebten Gnandsteiner Gespensterjagd. Weiterführende Informationen finden Interessierte im Internet unter der Adresse www.burg-museum-gnandstein.de.

Mit rund 600 Hektar Waldfläche, reiner Luft und noch ungestörten Bachläufen von Wyhra, Katze, Ratte und Maus bietet das Kohrener Land eine imposante Kulisse für Unternehmungen auf markierten Wegen. Ob zu Fuß, oder auch hoch zu Ross, per Kutsche, Rad oder „gummibereifter Bimmelbahn“ kann das Areal erobert werden.

Kohren-Sahlis

Den Mittelpunkt bildet das ehemalige Töpferstädtchen Kohren-Sahlis, das heute ein Stadtteil der Stadt Frohburg ist. Zwei ansässige Töpfereien produzieren ortstypische Keramik und bieten diese zum Verkauf an. Anziehungspunkt für die Touristen ist der 1928 von Kurt Feuerriegel geschaffene Töpferbrunnen. Das Faszinierende am Kohrener Land ist die reiche Vielfalt der Angebote im Hinblick auf Landschaft, Architektur, Geschichte und die unterschiedlichsten Freizeitangebote in einer breit gefächerten Palette für jedes Alter.

Kohren-Sahlis wurde erstmals 974 erwähnt. Als Zeugen der Vergangenheit und Wahrzeichen der Stadt stehen die zwei romanischen Rundtürme auf dem Burgberg. Im Jahre 1453 hat der kleine Ort die Stadtrechte verliehen bekommen.

Damit verbunden ist die lange Tradition des Handwerkes. Töpferei und Weberei waren früher die Hauptgewerbe der Kohrener. Im frühen 19. Jahrhundert gab es 14 Töpfereien mit 14 Meistern und über 40 Gesellen. Über die Geschichte des Töpferhandwerks informiert das Töpfermuseum. Als bemerkenswert gelten auch das ehemalige Herrenhaus in Sahlis und das Gutshaus in Rüdigsdorf mit ihren jeweiligen Parkanlagen sowie der Schwindpavillon in Rüdigsdorf.

Wie vorstehend bereits erwähnt, locken rund um Gnandstein und KohrenSahlis zahlreiche Wanderwege zu Spaziergängen, so unter anderem durch den Streitwald in Richtung Streitwald oder in anderer Richtung zum Lindenvorwerk, wo sich neben der beliebten Ausflugsgaststätte auch der „Irrgarten der Sinne“ längst einen Namen gemacht hat. Ralf Miehle