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Themenwelten
08:45 27.02.2021
Oschatzer Berufsberaterin: Steffi Hanitzsch. Foto: Arbeitsagentur Oschatz

Seit Mitte März 2020 haben sich die Wege zur Berufsberatung völlig verändert. War die Berufsberatung mit persönlicher und fast wöchentlicher Präsenz in der Schule bis dahin der geschätzte Standard, so mussten sich die Berufsberaterinnen und Berufsberater danach coronabedingt gänzlich neu aufstellen. „Es musste immer wieder nach Wegen gesucht werden, um Schülerinnen und Schüler sowie Eltern zu erreichen und selbst erreichbar zu sein“, berichtet Steffi Hanitzsch, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Oschatz.

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Vieles wurde probiert. Neue Formate wie „walk and talk“ (ein Spaziergang mit persönlichem Gespräch zum Beispiel im Park, auf dem Schulhof oder in der Fußgängerzone) waren besonders in den Sommermonaten angesagt und wurden dankbar von den Jugendlichen angenommen. Dauerbrenner und auch jetzt sehr gefragt ist der telefonische Kontakt oder per E-Mail. „Mit der Videoberatung gibt es seit Kurzem ein weiteres neues Gesprächsformat. Es wird rege genutzt, vor allem wenn Jugendliche Wert auf persönliche Beratung face to face legen“, sagt Steffi Hanitzsch. Das Format biete den Vorteil, dass sich die Beraterin und die oder der Jugendliche über die Kamera sehen können – das stärkt das Vertrauen während der Beratung. „Zudem können relevante Internetseiten direkt präsentiert werden.“ Häufige Fragen, die junge Menschen dabei stellen, sind derzeit: Haben sich Bewerbungsfristen verändert? Was tun, wenn der Betrieb nicht auf die Bewerbung reagiert? Ist ein weiterführender Schulbesuch ratsam? Wie läuft das derzeit mit den Praktika? Welche Lehrstellen gibt es in meiner Region?

Sehr wichtig ist Steffi Hanitzsch momentan auch der Kontakt zwischen Berufsberatung und Schulen (Beratungslehrer). Auch hier gebe es einen regen Austausch.


"Mit der Videoberatung gibt es seit Kurzem ein weiteres neues Gesprächsformat."

Steffi Hanitzsch
Berufsberaterin in Oschatz


„Der Wille der Unternehmen zur Ausbildung ist nach unseren Rückmeldungen ungebrochen. Die Lehrstellenangebote sind da, wenn auch vereinzelt Verzögerungen in der Bewerbungsphase auftreten. Letzteres kommt offensichtlich häufiger in den Bereichen vor, die von der Pandemie am stärksten betroffen sind“, so Steffi Hanitzsch. „Wir raten: Nicht warten, sondern jetzt bewerben und Kontakt zum Betrieb halten! Praktika außerhalb der Schule sind je nach Branche übrigens durchaus möglich. Sehr gefragt scheinen derzeit handwerkliche Berufe bei jungen Leuten zu sein.“

Für Fragen, konkrete Angebote, den berühmten „Plan B“ beziehungsweise bei Studienfragen steht die Berufsberatung Oschatz gern zur Verfügung – per E-Mail an: oschatz.berufsberatung@arbeitsagentur.de sowie telefonisch kostenfrei unter 0800 4555500.

Girls’Day und Boys’Day 2021 werden digital

Berufsorientierung 4.0 – unter diesem Motto stehen der Girls’Day und der Boys’Day 2021. Die Aktionstage gegen Rollenklischees im Beruf finden bundesweit am 22. April statt. Aufgrund der Covid-19-Pandemie ist auch die Berufs- und Studienorientierung derzeit eine Herausforderung. Für junge Menschen ist und bleibt eine vielfältige Auseinandersetzung mit beruflichen Perspektiven aber wichtig für die eigene Zukunft. Umso bedeutender werden virtuelle Angebote: Der Girls’Day und der Boys’Day reagieren darauf und empfehlen Unternehmen und Institutionen, dieses Jahr die Aktionstage digital auszurichten, wenn Präsenzveranstaltungen pandemiebedingt nicht realisierbar sind. Zur Unterstützung bieten die Bundeskoordinierungsstellen das Girls’Day-Digital-Event und das Boys’Day-Digital-Event an. Teil dieses Events ist ein öffentliches Live-Programm mit spannenden Impulsen, Interviews und Diskussionsrunden. Mit dabei sind Vorbilder aus verschiedenen Berufsfeldern und Politik, Influencerinnen und Influencer.

Hier können Unternehmen und Institutionen ihre Angebote eintragen sowie die Schülerinnen und Schüler ihre Teilnahme anmelden und passende Plätze finden:
www.girls-day.de/radar
www.boys-day.de/radar

Digitale Berufsorientierung

Drei Wege zum Ausbildungsplatz

Wer auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, kann während der Corona-Pandemie andere Wege nutzen als sonst vielleicht üblich. Das Portal „Planet-Beruf“ der Bundesagentur für Arbeit stellt drei Möglichkeiten vor:

Azubi-Speed-Dating

Bei dieser Form kommen – derzeit nur online – Ausbildungsbetriebe und Schülerinnen sowie Schüler zusammen. In 10 bis 15 Minuten können sich die künftigen Azubis mit Ausbilderinnen und Ausbildern unterhalten und Fragen stellen. Infos zu aktuellen Terminen und zur Terminbuchung finden sich online bei den zuständigen Industrie- und Handelskammern (IHK), den Handwerkskammern (HWK) oder der örtlichen Arbeitsagentur.

Digitale Messe

Auch Ausbildungsmessen finden während der Pandemie im Internet statt. Ähnlich wie in einem Videospiel können Interessierte dann zum Beispiel durch eine virtuelle Messehalle laufen und sich an den Ständen bei verschiedenen Arbeitgebern informieren. Manchmal lassen sich bereits vor der Messe feste Gesprächstermine mit Betrieben vereinbaren. Interessierte können sich etwa über eine Chat-Funktion direkt mit den Ausbildungsverantwortlichen in einem Betrieb unterhalten.

Ausbildungsmobile

Vom 15. bis 21. März findet laut „Planet-Beruf“ bundesweit die Woche der Ausbildung statt. Dann sollen wieder sogenannte Ausbildungs- oder Karrieremobile unterwegs sein. Meist kommen Beratungskräfte mit den Ausbildungsmobilen während einer Info-Tour an verschiedene Orte. Dort können sich Schülerinnen und Schüler dann über Ausbildungsberufe informieren oder bereits Vorstellungsgespräche vereinbaren. Infos gibt es auch bei den zuständigen IHK oder HWK vor Ort.
  

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