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Home Sonderthemen Gesundheit & Wellness Augenzentrum am Johannisplatz Leipzig: Wenn die Augen schwächer werden
11:40 06.10.2020
Alle Fragen werden beantwortet: Im persönlichen Gespräch erklärt der Augenchirurg Dr. med. Alexander Petzold einer Patientin den Ablauf der Operation. Fotos: Augenzentrum am Johannisplatz

Die sogenannten EDOF-Linsen (englisch Extended-Depth-of-Focus) sind seit einigen Jahren nicht mehr aus der modernen Augenchirurgie wegzudenken. Mit der zunehmenden Nutzung digitaler Medien erfüllen diese speziellen Linsen genau die Sehanforderungen, die heute wichtig sind: ein klarer Blick in die Ferne sowie eine gute Sicht auf Smartphone, Tablet und PC. Dr. med. Alexander Petzold, leitender Augenoperateur im Augenzentrum am Johannisplatz, spricht über die Behandlung des Grauen Stars (Katarakt) und die neue Generation der Kunstlinsen.

Wenn die Augen schwächer werden, kann der graue Star die Ursache dafür sein. Wann sollte man zum Augenarzt gehen?

Wir empfehlen unseren Patienten eine regelmäßige ärztliche Untersuchung der Augen etwa alle zwei Jahre. Wird eine Erkrankung am Auge festgestellt, die behandelt oder kontrolliert werden sollte, kann das Intervall aber auch deutlich kürzer sein. Während der Untersuchung blickt der Augenarzt über ein Mikroskop, die sogenannte Spaltlampe, in das Auge des Patienten hinein und kann feststellen, ob die Augenlinse getrübt ist und der Graue Star die Ursache für die Sehverschlechterung darstellt.
 

Augenzentrum am Johannisplatz

Ist bei der Diagnose „grauer Star“ eine Operation unausweichlich?

Die Eintrübung der Augenlinse ist in aller Regel ein Alterungsprozess, den wir nicht beeinflussen können. Fast jeder von uns erkrankt im Alter irgendwann daran, manch einer früher, andere erst später. Durch Medikamente kann man den Grauen Star nicht behandeln, aber eine gesunde Lebensweise und vitaminreiche Ernährung scheinen das Voranschreiten der Linsentrübung zu verlangsamen. Wenn die Lebensqualität unter der eingeschränkten Sicht leidet, sollte operiert werden. Bei diesem Eingriff ersetzt man die eingetrübte Linse durch eine Kunstlinse.

Was raten Sie den Patienten, die große Angst vor einer Operation am Auge haben?

Ich kann die Ängste der Patienten natürlich verstehen. Mit den Augen nehmen wir mehr als 80 Prozent aller Sinnesreize wahr und damit ist das Augenlicht für die Meisten von uns wichtiger als jedes andere Sinnesorgan. Dennoch muss man vor einer Grauen-Star-Operation keine Angst haben. Die Behandlung erfolgt bei gutem Allgemeinzustand unter örtlicher Betäubung und ohne Spritze und wird als Risikoarm eingestuft. Wir operieren unter den modernsten Bedingungen und erfüllen extrem hohe Normen der hygienischen Anforderungen (DIN ISO 9001:2015). Alle Auflagen der Gesundheitsbehörden werden in unserem Haus umgesetzt – das war bereits vor dem Corona-Virus so – und ist es jetzt erst recht. Ohne Schutzkleidung betritt niemand unseren OP-Bereich.



"Wenn die Lebensqualität unter der eingeschränkten Sicht leidet, sollte operiert werden. Bei diesem Eingriff ersetzt man die eingetrübte Linse durch eine Kunstlinse."

Dr. med. Alexander Petzold, leitender Augenoperateur im Augenzentrum am Johannisplatz


Seit einigen Jahren ist im Zusammenhang mit dem grauen Star von EDOF-Linsen die Rede. Welche Vorteile bieten diese Linsen gegenüber der Standardvariante?

Die Generation 60+ ist in vielerlei Hinsicht deutlich aktiver als noch vor 20 Jahren. Heutzutage ist man bis ins hohe Alter digital vernetzt, per Smartphone im Internet unterwegs oder per Video-Chat mit den Enkeln in Kontakt. Mit der steigenden Lebenserwartung steigen auch die Lebensqualität und der Anspruch auf ein unabhängiges Leben. Die EDOF-Linsen besitzen eine erweiterte Tiefenschärfe und werden damit sehr vielen Sehanforderungen der heutigen, digitalen Zeit gerecht. Neben dem klaren Blick in der Ferne schaffen diese besonderen Kunstlinsen auch einen hohen Sehkomfort im Arbeitsbereich bis etwa 60 Zentimeter vor den Augen. Damit kann man nahezu allen Alltags- und Freizeitaktivitäten ohne Brille nachgehen.

Welchen Patienten empfehlen Sie diese EDOF-Linsen?

Durch den erweiterten Fokusbereich der Linse ist das Sehen im Arbeitsbereich deutlich besser als mit einer Standardlinse. Mit guter, optischer Qualität können Patienten am Bildschirmarbeitsplatz, am Smartphone oder Tablet, beim Autofahren, beim Sport, beim Stadtbummel oder im Supermarkt von der EDOF-Linse profitieren. Zusätzlich zum Fernbereich sind alle Tätigkeiten, die wir innerhalb unserer Komfortzone verrichten, in der Regel ohne Brille möglich. Es stellt einen enormen Zugewinn an Lebensqualität dar, wenn man nur noch zum Lesen kleiner Schrift in einem nahen Abstand eine Brille benötigt. Diese Kunstlinse genügt nicht nur den Ansprüchen der modernen und digitalen Zeit, sondern auch den vielfältigen Bedürfnissen der heutigen Generation 60+. 

Steckbrief: EDOF-Linse


● Kunstlinse zur Behandlung des Grauen Stars
● Speziell entwickelt mit erweiterter Tiefenschärfe und breitem Fokus
● Deutliches Sehen ohne Brille im Arbeitsbereich (ab 60 Zentimetern) bis in die Ferne
● Ideal für Bildschirmarbeitsplatz, Smartphone oder Tablet sowie den kompletten Fernbereich (Fernsehen, Autofahren, Konzerte)
● Sehr gute Verträglichkeit mit weniger Blendung
● Geeignet für nächtliches Autofahren

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