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01:05 18.12.2021
Sie lieben die Weihnachtszeit: Die Musiker Leonora Weiß-del Rio und Dan Smith haben seit September für die Weihnachtsshow „Swinging Christmas" geprobt, die nun ausfallen musste. Foto: Eckardt Mildner

Es weihnachtet – und das nicht nur in Deutschland. Internationales Weihnachtsflair bringen die Musikerinnen und Musiker aus aller Herren Länder in das Mittelsächsische Theater und die Philharmonie in Freiberg. Hier treffen die unterschiedlichsten Bräuche aufeinander.

In Argentinien, dem Heimatland der Sopranistin Leonora Weiß-del Rio, ist in der Weihnachtszeit Hochsommer. „Trotzdem haben Traditionen wie die Vereinigung der Familie am Weihnachtsbaum, die heilige Messe und das anschließende Weihnachtsessen einen großen Stellenwert“, sagt die Sängerin, die seit ihrem zweiten Lebensjahr in Deutschland aufgewachsen ist. Traditionelle Gerichte zu Weihnachten sind in Argentinien Pute oder Schweinefleisch. Die Farben rot und weiß überwiegen in der weihnachtlichen Dekoration. Anders als in Deutschland, findet die Bescherung in Argentinien um Mitternacht statt.
     

Papa als Weihnachtsmann

„Für mich war Weihnachten bei über 30 Grad fast unwirklich. Mir fehlte einfach die Kälte und bestenfalls der Schnee“, sagt Leonora Weiß-del Rio. Mit der Weihnachtszeit verbindet sie jede Menge Kindheitserinnerungen. „Mein Vater hat sich als Weihnachtmann verkleidet, und noch heute sprechen wir darüber, wie erstarrt und begeistert ich war, als er aus der Balkontür reinkam.“

Der Gang in die Kirche

Der Brite Dan Smith liebt es in der Weihnachtszeit traditionell. „Für mich ging es zu Weihnachten immer darum, Zeit mit der engen Familie zu verbringen und andere Familienmitglieder zu sehen, die ich seltener sah. Als ich älter wurde, war es auch immer mehr eine Zeit im Jahr, in der sich Freunde trafen,“ erinnert sich der Jazzsänger: „Für mich geht es auch um Großzügigkeit, sowohl gegenüber denen, die man liebt, als auch gegenüber anderen, die weniger Glück haben.“ Exemplarisch für das Weihnachtsfest in Großbritannien sind für den Musiker die besonderen Gottesdienste. „Der Christingle-Gottesdienst ist der mährischen Tradition entnommen und in der anglikanischen Kirche sehr verbreitet. Außerdem gibt es die traditionellen neun Lektionen und Weihnachtslieder..“

Dan Smith schwelgt in diesen Wochen gern in weihnachtlichen Erinnerungen. „Morgens werden bei uns gemeinsam die „Stockings“ (Strümpfe) geöffnet. Als meine Schwester und ich Kinder waren, wachten wir auf und sie lagen bei unseren Füßen auf unseren Betten. Als wir älter wurden, kauften wir unseren Eltern ihre eigenen Stockings und alle öffneten die Geschenke zusammen – natürlich, nachdem wir für alle eine Tasse Tee gemacht hatten.“

Auch für José Luis Gutiérrez, erster Kapellmeister des Mittelsächsischen Theaters und der Philharmonie, ist die Weihnachtszeit etwas besonderes. „Für mich ist diese eine Zeit des Nachdenkens und von innerer Ruhe.“ Der 26-Jährige, der seit zwei Jahren in Deutschland lebt, hat das Gefühl, dass beim deutschen Weihnachtsfest eher eine ruhige Stimmung herrscht. „In meiner Heimat Mexiko wird ordentlich laut gelacht und gefeiert, wie auf einer richtigen Party.“

Pinatas als Höhepunkt

Ein Höhepunkt ist das Zerbrechen der Piñatas. Piñatas symbolisieren das Böse und werden deshalb geschlagen, sozusagen um das Böse zu überwinden. Einmal zerschlagen dürfen sich all die Süßigkeiten aufheben, mit denen die Piñata aufgefüllt wurde”, berichtet José Luis Gutiérrez. Andreas Neustadt
    

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