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06:25 07.06.2021
Beliebte skatstädtische Wohngegend: die sogenannte „Neue Welt“ Foto: Ralf Miehle

Mittendrin im pulsierenden Leben und dennoch in gewisser geruhsamer „Abgeschiedenheit“, in dieses Spannungsfeld begibt sich derjenige, der sich auf einem Sonntagsspaziergang durch die „Neue Welt“ begibt.

Wer hier lebt, weiß die Vorzüge ohnehin zu schätzen: eine vergleichsweise ruhige, beschaulich anmutende Wohngegend, ein Gesundheitszentrum vor der Haustür, eine Schule – seiteinigen Jahren sogar mit nagelneuer Sporthalle – in greifbarer Nähe, diverse Einkaufsmöglichkeiten, so manches Handwerksgewerk, kurze Wege zum öffentlichen Nahverkehr und nur ein Katzensprung ist es bis hinüber in den Schlosspark, der zum Spaziergang oder Sonnenbad einlädt.

Die „Neue Welt“ liegt gleichermaßen abseits wie nah dran an so manchem, was das Leben in einer Stadt ausmacht. Wer hier nur gelegentlich zu Gast ist, als Besucher oder als Spaziergänger, staunt bisweilen: architektonisch beachtliche Bauten, vielfach schmuck hergerichtet und ein Blickfang fürs Auge bestimmen das Bild jenes Stadtteils, der umgangssprachlich als die „Neue Welt“ bezeichnet wird. Warum eigentlich? Altenburgs „oberster“ Denkmalschützer, Jürgen Fröhlich von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadtverwaltung hat einen Hinweis parat. „Über die Entwicklung dieses Stadtbereiches liegen uns aus einem unveröffentlichten Manuskript des Altenburger Heimatforschers Walter Fuchs aus den 1980er Jahren einige Informationen vor. Laut Fuchs wäre die Bezeichnung 1876 erstmals in den Sitzungen des Altenburger Bürgervorstandes als ‚... sogenannte neue Welt...’ verwandt worden.“ Genauere Erklärungen zum Namenshintergrund seien jedoch nicht zu finden, so Jürgen Fröhlich.

Vermutlich, so ein Deutungsversuch unsererseits, der nicht ganz abwegig erscheint, ist mit der Bezeichnung im Volksmund gleichermaßen die vor mittlerweile weit über 100 Jahren vollzogene Erweiterung des Altenburger Stadtgebietes mit einem solchen Begriff versehen worden. Die Bebauung des Areals erfolgte schrittweise ab den ausgehenden 1870er Jahren bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts.

Wie dem auch sei – der Name „Neue Welt“ hat sich umgangssprachlich bis heute erhalten. Und auch wenn sich während der zurückliegenden Jahrzehnte vielfältige Veränderungen ergeben haben: Noch immer finden sich in diesem Wohngebiet eine Reihe von Dienstleistungsunternehmen und Gewerbetreibenden, darunter in den letzten Jahren sogar markante Neuansiedlungen, betrachtet man beispielsweise die grundlegenden Veränderungen auf dem ehemaligen Gelände der Altenburger Berufsfeuerwehr. Sie alle bereichern die „Neue Welt“ – so wie sie ebenso von hier aus ausstrahlen ins gesamte Altenburger Stadtgebiet. Einige von ihnen präsentieren sich heute hier an dieser Stelle und freuen sich, vielleicht auch Sie bald einmal in der „Neuen Welt“ begrüßen zu dürfen. Ralf Miehle