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00:05 24.04.2021
Natur- und Gemüsegärten schaffen ein gutes Klima – weit über den Gartenzaun hinaus! Foto: 6434 Gardena / BHW Bausparkasse

Rund 17 Millionen Gärten, dazu begrünte Dächer und Fassaden – private Grünanlagen üben großen Einfluss auf das Klima aus. Gartenbesitzer reduzieren in Städten den Hitzestress, schaffen Lebens- und Erlebnisräume für Mensch und Tier und betreiben immer öfter Selbstversorgung mit Gemüse und Obst. Doch der Einsatz von Pflanzengiften und der hohe Wasserverbrauch schädigen auch die Umwelt.

Gärten und bepflanzte Innenhöfe erfüllen städtebauliche, ökologische und soziale Nutzen, die weit über die Grenzen des Gartenzauns hinausgehen. Das grüne Potenzial ist riesig: Über 6.800 Quadratkilometer groß ist die Fläche, die in Deutschland allein von privaten Gärten bedeckt wird. Immer öfter fördern daher Kommunen die Anlage von Naturgärten mit finanziellen Zuschüssen oder Steuerermäßigungen.

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Wildwuchs gewünscht

Bei der Anlage geht der Trend weg vom „konventionellen“ artenarmen Garten mit akkurat geschnittener Rasenfläche und exotischen Pflanzen. „Die Bereitschaft, in einen Naturgarten zu investieren und mehr Biodiversität zuzulassen, ist deutlich gewachsen“, bestätigt Stefanie Binder von der BHW Bausparkasse. 90 Prozent der Deutschen wünschen sich einen Garten, der Insekten, Bienen und Kleintieren Lebensraum bietet, so das Ergebnis einer Umfrage von BHW. Ebenso viele wollen auf chemische Unkrautvernichter verzichten. Der Anbau von eigenem Obst und Gemüse wird von 80 Prozent befürwortet.

Bei größeren Gartenumbauten lohnt sich professionelle Beratung, um den Wert des Gartens nachhaltig zu steigern. Zwar geben die Deutschen rund 3,9 Millionen Euro jährlich allein für Gartenpflanzen aus. Doch die lohnende und geförderte Investition in wassersparende Systeme etwa mit Zisternen kommt zu kurz. Oft werden Bodenbeschaffenheit und Lichtverhältnisse nicht berücksichtigt, was Aufwand und Kosten verursacht. Und immer noch ist zu viel Gift im Einsatz. 51 glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel sind für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassen, 40 Tonnen landen jährlich in deutschen Gärten. „Gartenbesitzer können wirksam organische Dünger oder thermische Verfahren zur Unkrautbekämpfung einsetzen“, sagt Binder. Und sie schützen dadurch die Gesundheit – von Mensch und Tier.

Pflanztipp: Gladiolen-Knollen jedes Jahr an neuen Ort setzen

Gladiolen kommen etwa zehn Zentimeter tief in den Boden. Diese große Tiefe verzögert zwar den oberirdischen Austrieb, hat aber einen Vorteil: Die hohen Triebe der Pflanze sind stabiler und fallen nicht um. Und man braucht sie nicht mit Stäben zu stabilisieren. Darauf weist der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde hin.

Die Experten raten zudem, Gladiolen jedes Jahr an einem anderen Standort zu pflanzen. Denn wenn die Knollen mehrere Jahre hintereinander an der gleichen Stelle in den Boden kommen, verlieren sie ihre Widerstandskraft.

Gladiolen kommen im Frühling in den Boden - dann, wenn regional die Frostgefahr sicher gebannt ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet bis Mitte Mai. Im Handel aber kann man die Knollen bereits auf Vorrat kaufen.

Da kranke Knollen den Boden für nachfolgende Pflanzen verseuchen können, sollte man beim Kauf darauf achten, dass es unter dem Hüllblatt keine verfärbten oder eingesunkenen Stellen gibt. Diese zeigen Krankheiten an. dpa

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