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Home Sonderthemen Gesundheit & Wellness Achtung Mangelware
11:54 16.03.2020
JODIERTES SALZ zu verwenden, beugt einem Mangel des Spurenelements im Körper vor. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Die Deutschen nehmen weiterhin zu wenig Jod auf. Trotz der stärkeren Verwendung von jodiertem Salz seit den Achtzigerjahren reicht die Versorgung mit dem Spurenelement über die normale Ernährung in der Regel weiter nicht aus, um den Bedarf zu decken. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gegenüber der Deutschen Presseagentur hin.

Für eine ausreichende Zufuhr empfiehlt das BfR den gezielten täglichen Verzehr von Milch und Milchprodukten. Meeresfisch sollte ein- bis zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Bei Salz sollten Verbraucher zu Jodsalz greifen und auch sonst Lebensmittel nutzen, die damit hergestellt wurden.
    

Besonders jodreich sind unter Umständen getrocknete Algen und Seetangprodukte, die zum Beispiel in der japanischen Küche häufig Einsatz finden. Hier sei laut BfR aber Vorsicht geboten, da die Jodgehalte je nach Algenart sehr stark schwanken – entweder würde die maximal tolerierbare Aufnahmemenge von 500 Mikrogramm Jod pro Tag für Erwachsene deutlich überschritten oder es sei nur ein verschwindend geringer Jodgehalt vorhanden, sodass der gezielte Verzehr für die Bedarfsdeckung keinen Sinn ergebe.

Vegetarier und Veganer haben ein höheres Risiko, von einer Unterversorgung betroffen zu sein, ebenso Schwangere und Stillende. Für sie ist es unter Umständen sinnvoll nach Rücksprache mit dem Arzt Jodtabletten einzunehmen.

Das Spurenelement Jod ist für die Funktion der Schilddrüse und damit für den Stoffwechsel unentbehrlich. Erwachsene und Jugend- liche sollten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 180 bis 200 Mikrogramm pro Tag davon aufnehmen, Kinder 100 bis 200. Mehr als 500 Mikrogramm pro Tag können bei empfindlichen Menschen zu einer Schilddrüsen-Erkrankung führen und sollte deshalb vermieden werden.   

Bei einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung müssen keine zusätzlichen Ergänzungsmittel eingenommen werden, stellt www.gesund-aktiv-älter-werden.de, ein Internetangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, fest. Sollte der behandelnde Arzt einen Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen feststellen, kann es unter bestimmten Umständen sinnvoll sein, Nahrungsergänzungsmittel kurzfristig einzunehmen. Zu beachten ist allerdings, dass auch Ergänzungsmittel Wechselwirkungen mit Medikamenten eingehen können. So können zum Beispiel Ergänzungsmittel, die Calcium enthalten, die Osteoporose-Behandlung mit Bisphosphonaten negativ beeinflussen. Gleiches gilt für bestimmte Antibiotika, die bei bakteriellen Erkrankungen eingenommen werden.

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