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Themenwelten
09:48 05.08.2021
So wie in diesem Modell können Polypen im Darm aussehen – aus ihnen kann sich Krebs entwickeln. Foto: Ralf Hirschberger/dp

Fünf bis sechs von insgesamt 100 Menschen in Deutschland erkranken in ihrem Leben an Darmkrebs. Das Tückische daran ist, dass die Betroffenen anfangs häufig keine Beschwerden haben und der Krebs sich so womöglich unbemerkt ausbreiten kann. Das Risiko einer Erkrankung oder auch eines schweren Verlaufs lässt sich aber reduzieren: Durch Früherkennung lässt er sich aber häufig frühzeitig entdecken, was die Heilungschancen erhöht.

Zwei Untersuchungen

Mit dem Stuhltest und der Darmspiegelung zahlen die Krankenkassen zwei Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung. Darauf weist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen auf seinem Portal „Gesundheitsinformation.de“ hin.

Was die Kasse zahlt – und ab wann

Beim Stuhltest wird der Stuhl auf nicht sichtbare Blutspuren untersucht, die ein Indiz für Darmkrebs sein können. Gesetzlich Versicherte im Alter zwischen 50 und 54 Jahren können ihn einmal jährlich machen, nach dem 55. Geburtstag alle zwei Jahre. Außer, sie entscheiden sich für eine Darmspiegelung.

Bei der Spiegelung, Koloskopie genannt, checken Ärztinnen und Ärzte mit Hilfe eines Endoskops das Innere des Darms. Werden Wucherungen im Gewebe – auch Polypen genannt – entdeckt, die verdächtig erscheinen, können sie im Rahmen der Koloskopie gleich entfernt werden. Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf zwei kostenlose Spiegelungen. Bei Frauen ist die erste ab einem Alter von 55 Jahren vorgesehen, die zweite zehn Jahre später. Männer können schon ab 50 diese Früherkennung erstmals kostenlos durchführen lassen, die zweite ebenfalls zehn Jahre später.

Männer haben etwas früher Anspruch auf die vorsorgliche Darmspiegelung, weil ihr Erkrankungsrisiko in diesem Alter etwas höher ist, erläutert der Krebsinformationsdienst unter Verweis auf entsprechende Studien.

Mögliche Symptome von Darmkrebs

Klar ist: Wer Beschwerden hat, kann die Ursache immer kostenlos abklären lassen, heißt es auf „Gesundheitsinformation.de“.

Neben Bauchschmerzen können auch veränderte Gewohnheiten beim Toilettengang, also die Häufigkeit und Tageszeit, ein Anzeichen für Darmkrebs sein. Ebenso wie häufige Verstopfungen oder Durchfälle und dunkler Stuhl. Bei schon fortgeschrittenem Krebs kann es zu Übelkeit, Appetitlosigkeit und einem unerklärlichen Gewichtsverlust kommen.

Allerdings sind das alles nicht sehr spezifische Symptome, weshalb es umso wichtiger ist, sie im Zweifel untersuchen zu lassen.

Ältere sind gefährdeter – keine Männerkrankheit

Das Risiko für Darmkrebs steigt mit dem Alter. Bei unter 50-Jährigen komme die Erkrankung sehr selten vor, so das Portal.

Was indes ein Mythos ist: Dass es sich vor allem um eine Männerkrankheit handelt. Statistisch gesehen erkranken zwar mehr Männer. Jedoch sind die Unterschiede nicht so groß, wie man meinen könnte. Laut Zahlen des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut erkrankt rund eine von 20 Frauen und einer von 17 Männern im Laufe des Lebens an Darmkrebs.

Demnach sind Tabakkonsum und Übergewicht die wichtigsten Risikofaktoren, gefolgt von Bewegungsmangel und ballaststoffarmer Ernährung. Regelmäßiger Alkoholkonsum und der Verzehr von viel rotem und verarbeiteten Fleisch erhöht das Erkrankungsrisiko ebenfalls. Und es gibt familiäre Risiken: Wer Verwandte ersten Grades hat, die an Darmkrebs erkrankt sind, ist laut dem Krebsregisterdaten-Zentrum überdurchschnittlich häufig betroffen. 

Corona und die Psyche

Die psychische Belastung vieler Berufstätiger in Sachsen hat sich laut der Kaufmännischen Krankenkasse – KKH im ersten Halbjahr 2021 nur leicht entspannt. In den ersten sechs Monaten hätten Beschäftigte im Schnitt 35 Tage wegen Depressionen, Angststörungen oder Burnout gefehlt, teilt die Krankenkasse kürzlich mit. Das seien zwei Tage weniger als im ersten Corona-Jahr 2020 und der nach wie vor niedrigste Wert im Bundesländervergleich. Zugleich falle das Ergebnis um 2,1 Tage höher aus als vor der Pandemie 2019.